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Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fordert alle Waldleistungen auf einer Waldfläche

Anlässlich der Bundes-Delegiertenversammlung in Köln (10.9.2016) spricht sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gegen großflächigen Nutzungsverzicht in den Wäldern aus. Die SDW fordert Nutzung und Schutz der Artenvielfalt auf denselben Flächen.

Die Zielvorgabe einer natürlichen Waldentwicklung auf 5 % der Waldfläche in Schutzgebieten wird weiterhin von der SDW unterstützt.
SDW für Integration statt Segregation
Seit den 1990er Jahren werden die Grundsätze einer naturnahen Waldwirtschaft angewandt. Die Auswirkungen dieses Handelns spiegeln sich u. a. in den Zahlen der dritten Bundeswaldinventur wider. Danach werden die Bäume in unseren Wäldern älter, die Wälder sind strukturreicher und haben mehr Totholz, was für den Artenreichtum notwendig ist. Dieser positive Trend im Wald steht im krassen Gegensatz zum Offenland, wo sich die Biodiversität in Folge der Segregation in einem alarmierenden Zustand befindet. Bei der Segregation werden einige Flächen unter Totalschutz gestellt. Um den Ertrag dennoch nicht zu schmälern, muss die Bewirtschaftung auf den übrigen Flächen intensiviert werden. Eine solch fatale Entwicklung gilt es, im Wald zu verhindern.
Ein großflächiger und pauschaler Verzicht auf nachhaltige Holznutzung in den heimischen Wäldern bedeutet, dass die fehlenden Holzmengen importiert werden müssen. Schon heute übersteigt der Holzverbrauch in Deutschland die Menge des nachhaltigen nutzbaren Holzes aus unseren Wäldern. Eine Reduzierung der Fläche bewirtschafteter Wälder in Deutschland verlagert damit den Bedarf in andere Länder. Vor dem Hintergrund der anhaltenden globalen Waldvernichtung in den Tropen, Subtropen und borealen Wäldern ist es für Deutschland richtig und verantwortungsvoll, den eigenen Wald nachhaltig und naturverträglich zu bewirtschaften.
Gezielte und stärkere Förderung notwendig
Die SDW spricht sich deshalb für integrative Ansätze (Trittsteinkonzept, Altholzinseln, Biotopbäume) im gesamten Wald aus. Für sie ist die Sicherung der Artenvielfalt in vielen kleinen Schutzgebieten besser möglich als in wenigen großen. Um dies zu erreichen, ist eine gezielte und stärkere Förderung notwendig. Dies kann u.a. mit Hilfe von Vertragsnaturschutzprogrammen erreicht werden, die mit einfacher Antragstellung und entsprechenden Finanzmitteln ausgestattet werden müssen.
Die SDW ist eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen. Heute sind in den 14 Landesverbänden rund 25.000 aktive Waldfreunde organisiert.
SDW

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