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Schutz der Rotmilane

Schutz der Rotmilane

Zu den weltweit schützenswerten Arten zählt der Rotmilan. Aufgrund seines Vorkommens im Land, trägt Rheinland-Pfalz besondere Verantwortung für diese Vogelart. Zwischen 500 und 700 Brutpaare des Rotmilans sind in Rheinland-Pfalz zu finden. 60 Prozent der Weltpopulation des Greifvogels brütet in Deutschland, davon rund 5 Prozent in Rheinland-Pfalz.  Der Rotmilan ist  landesweit verbreitet. Hauptsächlich sind Rotmilane zu finden im Westerwald, Eifel, Hunsrück, Taunus und der Nord- und Westpfalz.
Dem Schutz der heimischen Rotmilanpopulationen dienen auch rd. 154.000 Hektar Vogelschutzgebiete, die das Land  ausgewiesen hat. Zur Brut braucht er geeignete Horststandorte, zur Nahrungssuche benötigt er strukturreiches Offenland. Wie zum Beispiel die typische Kulturlandschaft der Dörscheider Heide im Rhein-Lahn-Kreis. Dessen Lebensräume sind geprägt durch Äcker, Wiesen, Wälder und Dörfer. Durch intensive Pflegemaßnahmen konnte die Dörscheider Heide vor der Verbuschung bewahrt werden. Hier besteht auch die höchste Schmetterlingsdichte Deutschlands mit rund 600 Arten, darunter Segelfalter oder die Spanische Flagge. Das Umweltministerium hat Maßnahmen in dem Gebiet in den letzten fünf Jahren mit rund 90.000 Euro gefördert.
Rotmilan-Schutzkonzept
Ein umfassendes Konzept gemeinsam mit Landnutzern und Naturschutzverbänden dient der Erhaltung des Lebensraumes des Rotmilans. Bausteine des Rotmilan-Schutzkonzeptes sind die Ermittlung der Rotmilan-Bestände, die Beobachtung der Populationsentwicklung, ein Melde- und Betreuungssystems von besetzten Horstbäumen und Information der Öffentlichkeit. Wichtiger Bestandteil ist die Entschärfung von Strom-Mittelspannungsleitungen; eine Vereinbarung mit Netzbetreibern wurde geschlossen. Dazu gehört auch die Beobachtung der Gefahrensituation und der schon nachgerüsteten Flächen.
Bereits 2009 hat das Umweltministerium eine Arbeitsgruppe eingerichtet, mit dem Ziel geeignete Nistplätze und Nahrungsräume für Rotmilane zu sichern. Insbesondere sollen Störungen in der sensiblen Brut- und Aufzuchtzeit der Jungen vermieden werden. Dies ist durch Beruhigung des Horstumfeldes zu erreichen. Das landesweite Konzept beruht hauptsächlich auf der Sensibilisierung der Landnutzer, gezielte Steuerung vorhandener Mittel sowie freiwillige Kooperationen.
Einbezogen sind neben Landesforsten auch private und kommunale Waldbesitzer, Vertreter der kommunalen Spitzenverbände sowie Vertreter der Landwirtschaftskammer, der Naturschutzverbände und weiterer Institutionen. Eine Vereinbarung zwischen Landesforsten und der Naturschutzverwaltung bildet Grundlage für viele Maßnahmen in den Lebensräumen des Rotmilans. Das rheinland-pfälzische Programm Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa)  mit verschiedenen Vertragnaturschutzprogrammen bieten Anreize in der Landwirtschaft zur Erhaltung von strukturreichem Offenland und trägt somit wesentlich zum Erhalt des Lebensraumes des Rotmilans bei.
 
Mehr Infos zum Schutz des Rotmilans in Rheinland-Pfalz:
 

Schutz des Rotmilans in Rheinland-Pfalz

 
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