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Sieht aus wie in Schweden – (v.l.n.r.) Oliver Paul (Landratsamt Schwandorf), Hans Mages (Forstbetrieb Burglengenfeld), Wolfgang von Brackel (Flechtenkundler), Christina Meindl (Regierung der Oberpfalz) und Alwin Kleber (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf) machen sich ein Bild von den Maßnahmen zur Rettung der Flechtenkiefernwälder bei Schwarzenfeld

Schutz für Flechtenkiefernwälder

In der Oberpfalz waren noch vor wenigen Jahrzehnten ausgedehnte Kiefernwälder mit einem kargen, grauen Bodenbewuchs aus Flechten weit verbreitet und charakteristisch. Heute sind die Flechten aus diesen Wäldern fast ganz verschwunden.

„Flechtenkiefernwälder“ sind nach europäischem Naturschutzrecht geschützt, auch wenn sie bei uns überwiegend menschlichen Ursprungs sind: Jahrhundertelange Übernutzung und das sogenannte Streurechen, d. h. das Entnehmen des humosen Oberbodens samt Bewuchs als Einstreu für die Ställe, führten zur Verarmung des Bodens und Ausbildung dieser ganz besonderen Pflanzengesellschaft. Anders als bei uns kommen solche Wälder z. B. auf den Binnendünen im Mittelfränkischen Becken oder in Skandinavien natürlicherweise auf größeren Flächen vor.

Das Aufgeben des Streurechens und der allgegenwärtige Nährstoffeintrag aus der Luft haben in den letzten Jahrzehnten zwar zur Erholung der Böden geführt. Gleichzeitig wurden aber die sehr konkurrenzschwachen Flechtenarten durch andere Bodenpflanzen wie Moose, Heidekraut sowie Heidel- und Preiselbeere verdrängt.

Letzte Vorkommen

„Eines der letzten noch existierenden Vorkommen in unserem Raum findet sich im Kreither Forst bei Schwarzenfeld“, so Hans Mages, Leiter des Forstbetriebs Burglengenfeld. „Ohne Hilfe würde es in wenigen Jahren verschwinden“. Der Forstbetrieb hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die wertvollen Restvorkommen an Flechtenkiefernwäldern zu sichern und zu erhalten. Dafür wurde im Spätsommer auf ausgewählten Waldflächen der Oberboden samt Bewuchs aus Beersträuchern und Moosen mit einem Minibagger abgezogen, um den sandigen Mineralboden freizulegen – eine Nachahmung der früher üblichen Streunutzung. „Zusätzlich haben wir vorher die Flechten eingesammelt und auf dem freigelegten Sand wieder ausgebracht, um die Wiederansiedlung zu beschleunigen“ erläutert Revierleiter Franz Schuhbauer, der im Frühjahr den Anstoß für die Maßnahme gab. Das Artenschutzprojekt wurde gemeinsam mit den Naturschutzbehörden an der Regierung der Oberpfalz und am Landratsamt Schwandorf sorgfältig geplant. Aufgrund der Lage im Wasserschutzgebiet war auch eine enge Abstimmung mit Wasserwirtschaftsamt und dem Wasserversorger notwendig. Im Auftrag der Regierung der Oberpfalz begleitet der renommierte Flechtenkundler Dr. Wolfgang von Brackel die Umsetzung zudem wissenschaftlich. „Wir tun hier etwas für über 20 sehr seltene Arten, die existenziell auf diesen Lebensraum angewiesen sind, 10 davon stehen auf der Roten Liste“ so von Brackel. Als Teil des Naturschutz-Sonderprogramms „Der Wald blüht auf“ der Bayerischen Staatsforsten wird das Projekt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf finanziell gefördert. Wenn die Maßnahmen den erhofften Erfolg zeigen sollen sie in den kommenden Jahren auf weiteren Flächen fortgesetzt werden.

BaySF

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