Schubbodenauflieger für den Hackschnitzel- oder Brennholztransport gehören zum Standardrepertoire im Holztransport
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zum Standardrepertoire im Holztransport
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Schubbodenauflieger von Legras

01. Februar 2021

Die Champagne im Nordosten Frankreichs vorzustellen, erübrigt sich wohl. Mit der Stadt Epernay können aber schon weniger Leute etwas anfangen, die nicht mit flaschenvergorenem Schaumwein zu tun haben. Die Firma Gsodam hat sich vorgenommen, das zu ändern. Das steirische Unternehmen hat die österreichische Generalvertretung für die Schubbodenauflieger von Legras übernommen.

An drei Standorten produziert Legras Industries und blickt auf 101 Jahre Firmengeschichte zurück. Die Franzosen sind also keine Anfänger. 250 Personen stehen dort in Lohn und Brot, die Internetseite weist darauf hin, dass mehr als 10.000 Auflieger im aktiven Dienst seien. Die Produkte sollten doch auch für Österreichs Frächter interessant sein, dachte man sich in Teufenbach und kooperiert seit Jahresbeginn 2020 mit den Franzosen.

Der Frächter spezifiziert seinen Schubbodenauflieger in Österreich, wobei Kundendienstberater Niklas Schwandegger dem neuen Eigentümer zur Seite steht, wenn es um die genaue Ausführung des Hängers geht. Legras fertigt nur nach Auftrag, also ist jeder Auflieger ein Einzelstück. Nach Bedarf ist es möglich, viele Funktionen maschinell erledigen zu lassen und dem Fahrer das Auf- und Abladen zu erleichtern. Der Auflieger wird in Frankreich zulassungsfertig gebaut und in den Wunschfarben lackiert. Firmenbeschriftungen foliert Legras gleich mit. Der Kunde kann ihn im Werk dann auch selbst abholen und das mit einem Ausflug in die Champagne verbinden.

Auf französische Art

Doch zurück zum täglichen Einsatz. Niklas Schwandegger zeigt an einem Vorführ-Auflieger die Besonderheiten der französischen Konstruktion. Zuerst fällt dem Betrachter die zweifach angebrachte Leiter mit Arbeitsplattform an der Front auf. Von dort aus ist die Ladung leicht erreichbar, aber auch Werkzeug gut zu greifen.

Man sucht vergeblich Spanngurte außen an den Wänden. Sie laufen im Seitenwandprofil und sind damit unsichtbar, können während der Fahrt nicht an die Außenwand trommeln, halten länger und fallen keinen Vandalen zu Opfer. Den SNP-Auflieger gibt es auch mit hydraulisch klappbarem Verdeck, das nur bei besonderen Wetterlagen einer Zusatzsicherung gegen Windeinwirkung und Aushebeln bedarf.

Edelstahl-Strahlverfahren

Im Gegensatz zu anderen Marken verwendet Legras fünf doppelte Scharniere für die Hecktore. Damit gibt es keine vorspringenden Beschläge, an denen sich sperriges Material verhaken kann. Die Verriegelungsstangen für die Türen laufen ebenfalls im Inneren der Alu-Profile. Das macht hinten einen sauberen Eindruck. Das Heck lässt sich leichter reinigen, Werbeschriften werden nicht von lästigen Stangen optisch unterbrochen. Weiteres Qualitätsmerkmal: Durch Edelstahl-Strahlverfahren werden die Außenwände so für den Lack vorbereitet, dass die Wände auch nach Jahren intensiver Nutzung noch immer beste Werbung für das Fuhrunternehmen machen.

Ansehnlich

Bei den Bodenelementen hat Legras einiges Hirnschmalz einfließen lassen. Die aus Aluminium gepressten Lamellen umschließen auf allen vier Seiten auf ganzer Länge ein Kunststoffprofil. Das ergibt eine sehr gute Führung der Lamellen und wenig Verschleiß, wie Schwandegger betont. Das letzte Ende der Lamellen am Heck ist an der Unterseite mit Hardoxplatten verstärkt. Das gilt auch für den feststehenden Rahmen, auf dem die Lamellen des Schubbodens laufen. Das erhöht die Lebensdauer der Konstruktion.

Clevere Lösugen

Je nach befördertem Ladegut kann der Kunde die Lamellen in 7, 10 oder 14 mm Stärke ordern. Allen gleich ist die Möglichkeit, den Schubboden mit Staplern bis zu 9 t Gewicht befahren zu können. Das können manche Konkurrenzprodukte nicht, wie Berater Schwandegger betont. Clever gelöst ist die Säuberung des Aufliegers. Beim Abschieben läuft eine Gummimatte von der Stirnwand aus mit. An der Matte ist eine bewegliche Trennwand verbunden. Beide Teile laufen so knapp an den Seitenwänden vorbei, dass Reinigung nach dem Entladen nicht mehr notwendig ist. Der Fahrer muss aber die Matten-Trennwand-Kombi vor dem nächsten Ladevorgang händisch nach vorne befördern.

Sowohl die Betätigung des hydraulisch klappbaren Daches wie auch des Schubbodenaufliegers erledigt der Fahrer mit einer kompakten Funkfernbedienung. Für andere Verzurrarbeiten muss er nicht auf die Leiter: Legras liefert die notwendigen Werkzeuge mit, sodass der Fahrer alles vom sicheren Boden aus bewerkstelligen kann.

Sonderwünsche

Für Besonderheiten steht Gsodam bereit: Ein Kunde etwa bestellt für seine Schubbodenauflieger immer eine Druckluftlanze mit, um auch die letzte Ecke elegant reinigen zu können. Diese Lanze bauen die Steirer selbst, da auf dem Markt nicht erhältlich. Wer aufs Gewicht achten muss, bekommt Alufelgen auf seine Wunschachsen. Viel mehr Tara lässt sich nicht mehr sparen, ist der Auflieger doch ohnehin komplett aus Leichtmetall gefertigt. Bleibt die Frage nach dem Preis: Schwandegger nennt für einen Legras-Auflieger in Basisversion 49.800 € netto ab Werk in Frankreich.

Anton Friedrich