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Schönfärberei bei Vorteilen eines dritten Nationalparks in Bayern

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) kritisiert angesichts der Entscheidung der bayerischen Staatsregierung (18.7.2017), entweder in der Rhön oder den Donau-Auen einen dritten Nationalpark auszuweisen, dass die Politik vor den tatsächlichen Auswirkungen einer Flächenstilllegung die Augen verschließt.

Statt den zuletzt genannten 2,5 Mio. € Einkommenseinbußen in der lokalen Forstwirtschaft der Rhön geht die AGR von jährlich über 50 Mio. € aus. Zudem würde mit einem Nationalpark auf eine CO2-Einsparung von 100.000 t pro Jahr verzichtet. ; AGR-Geschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge kritisiert: „Das vorliegende Gutachten von Prof. Dr. Hubert Job zu den Auswirkungen eines Nationalparks Rhön geht von ökonomisch absolut unrealistischen Zahlen aus. Statt der gesamten Wertschöpfungskette wird allein der Wegfall des forstwirtschaftlichen Einkommens betrachtet. Das ist schlicht Schönrechnerei.“ ; Prof. Arno Frühwald von der Universität Hamburg hat im Zusammenhang mit der Einrichtung des Nationalparks Nordschwarzwald die finanziellen Auswirkungen untersucht und kam zum Ergebnis, dass bei den dortigen 50.000 Kubikmetern Holz ein direkter und indirekter Wertschöpfungseffekt in der Forst- und Holzwirtschaft von ca. 46 Mio. € erzielt wird, an dem etwa 670 Arbeitsplätze hängen. Übertragen auf die Rhön mit ca. 9.000 ha Waldfläche und 61.000 Kubikmetern Rohholz rechnet die AGR selbst bei konservativer Schätzung mit einem jährlichen Wertschöpfungsverlust von mehr als 50 Mio. €. ; Naturschutzeffekt zweifelhaft ; Die Forderung nach einem dritten Nationalpark wird u. a. mit dem Ziel begründet, Arten und Biodiversität zu schützen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, wie in einer aktuellen Studie von Professor Ammer nachgewiesen wurde. Demnach weist ein naturnah bewirtschafteter Wald eine höhere Biodiversität auf als ein stillgelegter. ; Klimaschutzziel verfehlt – dennoch wird Holzverwendung ausgeschossen ; Die Klimaschutzleistung von Holznutzung ist unbestritten: Holzprodukte und die nachwachsenden Bäume entziehen der Atmosphäre kontinuierlich CO2. Zusätzlich werden beispielsweise beim Bauen energieintensive Materialien durch beinahe CO2-neutral erzeugtes Holz ersetzt. ; „Rechnet man die für den Nordschwarzwald erhobenen Zahlen beispielsweise auf die Rhön um, verzichtet man mit einem Nationalpark Rhön auf eine CO2-Einsparung in Höhe von ca. 100.000 Tonnen pro Jahr. Unverständlich angesichts der Tatsache, dass der Kampf gegen den Klimawandel eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist und Deutschland sein Klimaziel 2020 verfehlen wird“, so Ohnesorge. ; ; Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine optimale Versorgung seiner Mitgliedsunternehmen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht. ; Studie Prof. Arno Frühwald (Nordschwarzwald), 520 KB ; ; Studie Prof. Hubert Job (Rhön), 18,3 MB ; ; Studie Prof. Christian Ammer (Biodiversität im Wirtschaftswald – Englisch), 970 KB ;

AGR

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