Holzverkauf und Holzpreise

Schnittholzpreise weltweit gestiegen

Das Jahr 2020 war geprägt durch die Coronakrise. Hinzu kamen in Mittel- und Nordeuropa die anhaltend schwere Borkenkäferkalamität und im Westen Nordamerikas bereits zum zweiten Mal eine außergewöhnlich schwere Waldbrandsaison. Alle drei Faktoren haben den internationalen Schnittholzhandel beeinflusst. Die weltweiten Schnittholzpreise sind im Gefolge des Preisbooms in den USA gestiegen.

Der Handel mit Schnittholz in Europa ging 2020 leicht zurück. In den ersten acht Monaten des Jahres fielen die Lieferungen der größten Exportnationen 1,2 % niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Das ist der erste Rückgang seit acht Jahren, berichtet Wood Resource Quarterly (WRQ). Die stärksten Rückgänge des Exports gab es demnach in Finnland, Lettland und Österreich. In Nordeuropa konnte Schweden im Gegensatz zu Finnland seine Exporte ausweiten und könnte 2020 seinen Allzeitrekord brechen. Die größten Steigerungen erzielten die schwedischen Exporteure bei Lieferungen in die USA sowie nach China, Deutschland, Dänemark und Ägypten. Die Preise in Finnland und Schweden stiegen während großer Teile des Jahres, nach einem Tiefpunkt Ende 2019, als die Preise in US$ ihr niedrigstes Niveau in zehn Jahren erreichten.

Preisrekord in den USA

Der US-Schnittholzmarkt ging im dritten Quartal 2020 durch die Decke und erreichte Preise wie nie zuvor. Southern Yellow Pine war im September um 160 % teurer als im April, als sie Preise nach dem Ausbruch der Corona-Krise ihren Tiefpunkt erreichten. Im Westen der USA haben sich die Preise für Douglasienschnittholz in der gleichen Zeit fast verdoppelt. Der hohe Inlandsbedarf, initiiert durch niedrige Bauzinsen und die Corona-Hilfsgelder sowie der Handelsstreit mit China ließen die US-Schnittholzexporte in den ersten neun Monaten des Jahres um 17 % sinken. Für das Gesamtjahr könnte sich ein Zehnjahrestief ergeben. Die Entwicklung in Kanada ist ähnlich, mit einem Exportminus von 10 % in den ersten neun Monaten. Die Preisrallye in den USA hatte direkte Auswirkungen auf die Schnittholzpreise in Kanada. Im September 2020 waren die Preise für Schnittholz, das in die USA geliefert wurde 94 % höher als ein Jahr zuvor.

Das Vereinigte Königreich ist der größte Importeur und der zweitgrößte Verbraucher von Nadelschnittholz in Europa. Bereits 2019 lag die Importmenge mit 6,7 Mio. m3 zum zweiten Mal in Folge unter der des Vorjahres. Diese Entwicklung setzte sich 2020 fort: Nach neun Monaten lag das Importvolumen 22 % unter dem des Vergleichszeitraums 2019. Die Mengen aus Schweden, dem wichtigsten Herkunftsland, sind weniger zurückgegangen als aus anderen Ländern wie Lettland, Finnland, Russland und Deutschland. Im Herbst sind die Schnittholzpreise auch in Großbritannien gestiegen.

China importiert weniger

China hat in den ersten neun Monaten 2020 10 % weniger Schnittholz importiert als im Vorjahreszeitraum. Zwei Drittel der Importe kommen aus Russland und Kanada. Beide haben 2020 Marktanteile verloren, zugunsten von vor allem europäischen Herkunftsländern wie Deutschland, Schweden, Finnland, der Ukraine und Belarus. Trotz der rückläufigen Importe sind die Preise für Schnittholz in China gestiegen und erreichten im dritten Quartal ein Zweijahreshoch. Am stärksten stiegen die Preise für Schnittholz aus Russland, die fast auf Rekordniveau stiegen.

Auch die Schnittholzimporte nach Japan fielen während der ersten neun Monate 2020 um 10 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von den größten vier Herkunftsländern reduzierten drei – Kanada, Finnland und Russland – ihre Mengen, während Schweden seine Lieferungen um 19 % steigerte. Importe aus weniger bedeutenden Herkunftsländern wie Österreich, Chile, den USA, Tschechien und Deutschland fielen um 10 – 35 %. Die Preise für die importierten Schnitthölzer sind im dritten Quartal 2020 innerhalb von zwei Jahren um durchschnittlich 13 %gefallen. Gegen den Trend stiegen die Preise für Hemlock aus Kanada um 15 %, Fichte und Tanne aus Europa gaben dagegen um 13 % nach.

WRQ/Red.