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129 Teilnehmer aus 17 Ländern trafen sich vom 3. bis 6. Oktober in Milovy zum 12. Europäischen Waldpädagogik-Kongress.

12. Europäischer Waldpädagogik-Kongress

Vom 3. bis 6. Oktober fand in Milovy (Tschechische Republik) der 12. Europäische Waldpädagogik-Kongress unter dem Motto „Waldpädagogik – Abenteuer zwischen Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit und Bildung“ statt. 129 Teilnehmer aus 17 Ländern widmeten sich aktuellen Fragestellungen und nahmen an Workshops teil.

 

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Die Teilnehmer widmeten sich v. a. zwei prioritären Fragestellungen:

In Fachvorträgen unterstrich die Generalsekretärin des Europäischen Waldbesitzerverbandes (CEPF) Emma Berglund, dass Waldpädagogik auch für die Kommunikation des privaten Waldbesitzers mit der Gesellschaft von hoher Bedeutung ist. Mit zeitgemäßen Methoden können so auch Belange der Waldbewirtschaftung wirksam vermittelt werden. Das unterstrich auch der Vorsitzende einer regionalen Waldbesitzervereinigung Jiří Svoboda (Forest Cooperative Přibyslav). In seiner WBV sind bereits zahlreiche Waldbesitzer in Führungsangebote für Schulen eingebunden.

Desweiteren betonten Martin Šrom von der „Lipka – school for environmental education“ und Rolf Jucker (Stiftung SILVIVA, Schweiz) den Bildungsanspruch, den Waldpädagogik haben müsse. Dabei wurde deutlich, dass waldpädagogische Angebote ergebnisoffen sein sollten und Freiräume für selbstendeckendes Lernen lassen müssen. Die Kommunikation von Fachwissen allein ist noch keine Bildung, so Jucker, erst wenn der Lernende beginnt, das Wissen in seine Lebensumwelt zu übertragen und anzuwenden, fängt Bildung an. Schließlich stellte Dirk Schmechel (LWF) die waldpädagogischen Beiträge vor, die seitens der FCN-Subgroup-Forestpedagogy beim IUFRO Congress (Freiburg, September 2017) gezeigt werden konnten.

Höhepunkt des Kongresses war eine Plenumsdiskussion, die intensiv auf das Tagungsmotto Bezug nahm: Ist Waldpädagogik wirklich Bildung oder bleibt sie bei reiner Informationsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit oder gar Imagepflege für die Forstwirtschaft stehen? Hier zeigte sich, dass europaweit eine große Vielfalt in den Konzepten und Zielsetzungen der Waldpädagogik-Akteure besteht. Weitgehend Konsens bestand jedoch zu folgenden Thesen:

Der Kongress wurde vom Vize-Landwirtschaftsminister Patrik Mlynář, dem Präsidenten der Region Vysočina, Jiří Běhounek, dem Vize-Direktor des Forstinstitutes, Jaroslav Kubišta und František Kučera von den tschechischen Staatsforsten, eröffnet. Organisiert und geleitet wurde der Kongress vom tschechischen Institut für Forstwirtschaft, der Arbeitsgruppe Waldpädagogik des tschechischen Landwirtschaftsministeriums und der Subgroup-Forestpedagogy des FCN (Forest Communicators Network; mit Mandat der FAO). In diesem europaweiten Netzwerk zur Waldpädagogik (Subgroup-FCN) wird Deutschland seit 2007 durch Berthold Reichle (Baden-Württemberg.) und Dirk Schmechel (LWF) vertreten.

Neben den Fachvorträgen konnte jeder Teilnehmer von 14 je zweistündigen Workshops zwei auswählen und in Gruppen an einem „Waldrundgang“ teilnehmen, der an sieben Stationen jeweils 20-minütige „best-practice-Aktivitäten“ zum Mitmachen anbot.

Den Abschluss des Kongresses bildeten eine halb- und eine ganztägige Exkursion, die zur Auswahl angeboten wurden. Neben dem Besuch waldpädagogischer oder musealer Bildungseinrichtungen standen auch hier wieder waldpädagogische Praxisaktivitäten mit auf dem Programm.

Infos: www.lesnipedagogika.cz/cz/FPcongress; eine Foto-Galerie findet sich unter https://photos.app.goo.gl/GXLlWoLRfBaKnN8Q2

Der 13. Europäische Waldpädagogik-Kongress wird vom 2. bis 5. Oktober 2018 in Pudasjärvi, Finnland, stattfinden.

Dirk Schmechel

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