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Schleswig-Holsteinische Landesforsten übernehmen Kreisforsten

Schleswig-Holsteinische Landesforsten übernehmen Kreisforsten

Am 1. Oktober 2011 übernahmen die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (AöR) den gesamten Forstbetrieb mit den Mitarbeitern des Kreises Rendsburg-Eckernförde, dazu gehört auch das Inventar. Das Gebiet umfasst rund 760 Hektar Wald. Davon entfallen 420 Hektar auf den Standort Brekendorf/Ascheffel, 317 Hektar auf den Standort Lindau und 30 Hektar auf Streuflächen in den Gemeinden Alt Duvenstedt/Neu Duvenstedt/Holzbunge. Die Baumartenverteilung liegt im Bereich Lindau mit 51 Prozent schwerpunktmäßig beim Laubholz, am Standort Brekendorf mit 49 Prozent beim Nadelholz.
Die künftige Bewirtschaftung der Kreisforsten in den Händen der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten wird im Rahmen bundesweiter Standards nachhaltig und effektiv erfolgen – davon ist der Kreis Rendsburg Eckernförde überzeugt. Von hoher Wichtigkeit ist die Fortsetzung der engen Zusammenarbeit mit den Regionen insgesamt und den örtlichen und überörtlichen Verwaltungen – Eine ganz wesentliche Voraussetzung, die die politischen Gremien des Kreises an eine Veräußerung geknüpft hatten. Erhalten bleiben insbesondere die schon bisher erbrachten Gemeinwohlleistungen.
Dies gilt zum einen für die Belange des Naturschutzes: die Abstimmung mit der FFH- Managementplanung und besondere Biotop- und Artenschutzmaßnahmen. Andererseits ist die Erholungsfunktion des Waldes mit der dazu gehörenden Infrastruktur wesentlicher Bestandteil. Die Kreisforsten, die bisher nach den Grundsätzen der PEFC-Regelungen (Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes) zertifiziert sind, tragen zukünftig auch das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council).
Die Waldpädagogikangebote der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten gelten künftig auch für die Bereiche der Kreisforsten, die Aus-übung der Jagd wird unter einer hohen Beteiligung privater Jäger fortgesetzt. Der Standort des Försters in Brekendorf und der Betriebshof bleiben bestehen. Die beiden Mitarbeiter traten ab 1. Oktober 2011 in den Dienst der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Für die Mieter der Forstgebäude des Kreises bleiben die geschlossenen Verträge weiterhin gültig.
Auf Grundlage ihres Errichtungsgesetzes sind die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten verpflichtet, ihren Waldanteil zu erhalten und nach Möglichkeit erhöhen. Der Erwerb der Flächen des Kreises wird aus den finanziellen Rücklagen des Unternehmens, gespeist durch Erlöse aus der Veräußerung von Flächen des Unternehmens in anderen Bereichen des Landes, finanziert. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten verbessern mit der Übernahme der Kreisforsten Rendsburg-Eckernförde ihre Betriebsstruktur in dieser Region deutlich.
Staatssekretär Rabius stellt bei seinem Grußwort anlässlich der Übernahme in Brekendorf fest: „Die  ehemaligen Kreisforsten werden Teil des jungen und erfolgreichen Unternehmens Schleswig-Holsteinische Landesforsten. Ihre nachhaltige, sowohl ökonomischen als auch ökologischen und sozialen Gesichtspunkten in hohem Maße verpflichtete Bewirtschaftung und Weiterentwicklung wird auch für die Zukunft sichergestellt. Der heutige Tag sollte daher für uns alle Anlass zu großer Freude sein“.
 
Die Kreisforsten Rendsburg-Eckernförde
75,0748 Hektar für 16.783 Mark, angekauft von Brekendorfer Bürgern, so begann 1904 die Entwicklung der Kreisforsten im Raum Brekendorf. Aus den ehemals rund 75 Hektar im Jahre 1904 sind inzwischen circa 760 Hektar geworden. Glücklicherweise gab es seinerzeit schon weitsichtige Menschen, die sich für den Wald engagieren. Im waldarmen Schleswig-Holstein setzte 1904 der damalige Landrat Freiherr von der Reck, trotz schwieriger Zeiten, die Begründung eines Waldes durch. Seine Vorraussicht hat sich gelohnt: er schuf Vermögenswerte, die dem Kreis über viele Jahrzehnte Rendite abwarfen. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts kaufte der Kreis im Bereich Lindau ungefähr 310 Hektar Altwaldflächen des Gutes Ahlefeld dazu. Seither haben sich insbesondere für Forstbetriebe viele Rahmenbedingungen und die wirtschaftliche Rentabilität signifikant verändert.
Zu den genannten Gründen spielten seitens des Kreises bei den Veräußerungsabsichten Überlegungen zur Haushaltskonsolidierung eine Rolle. Auf Grundlage eines Prüfauftrages der Gremien des Kreises und nach einem aufwendigen Verwaltungsverfahren, in dessen Verlauf auch eine Vielzahl von Verhandlungen mit anderen Interessenten geführt wurden, stand für den Kreis fest: Für eine Veräußerung der Forsten kommen als öffentlich-rechtlicher Träger vorrangig die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten in Betracht. Danach hatten die Gutachter das Wort. Schlank organisierte, wirtschaftlich geführte Forstbetriebe der öffentlichen Hand, arbeiten seit Jahren erfolgreich und im Interesse der Allgemeinheit. Daher ist es ökonomisch sinnvoll und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger ihren Wald als öffentlichen Wald zu erhalten. Dieser wird nicht mehr im Eigentum des Kreises, sondern in Verantwortung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten als Unternehmen des Landes, unter Wahrung der vielfältigen Interessen der Bevölkerung bewirtschaftet und entwickelt.
SHLF/Kreisforsten

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