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Schleswig-Holsteinische Landesforsten im Dialog mit Greenpeace

In den vergangenen Wochen und Monaten hatte Greenpeace in den Landesforsten und Forstverwaltungen anderer Bundesländern nachgefragt, wie es um den Schutz und Zustand der Laubwälder, insbesondere der alten Buchenwälder in Deutschland steht. Hintergrund ist der Beschluss der Bundesregierung von 2007, im Rahmen der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ (NSB) 10 % der öffentlichen Wälder zu schützen. Die Anfrage seitens Greenpeace nun auch die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten erreicht.

Greenpeace forderte Zahlen und Kartenmaterial zu forstwirtschaftlichen Planung in den Landeswäldern Schleswig-Holsteins. Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) reagierte umgehend. „Wir haben in unseren Beständen nichts zu verbergen. Im Gegenteil: Wir sind stolz auf unsere Laubwälder, die wir nach aktuellen europäischen Standards bewirtschaften und pflegen“. Die Landesforsten sind nach FSC zertifiziert, das PEFC-Siegel ergänzt die Zertifizierung der Landesforsten.

Greenpeace fragte auch nach dem Anteil nichtheimischer Baumarten in den Landesforsten. Doch der Flächenanteil dieser Baumarten wie Douglasie und Roteiche ist dabei mit derzeit etwa 4 % verschwindend gering. Ferner haben die SHLF die Pflanzung der beiden Baumarten in FFH-Gebieten grundsätzlich ausgeschlossen. Außerhalb der FFH-Gebiete regelt eine waldbauliche Betriebsanweisung, dass Laubwaldbestände wieder in Laubbestände verjüngt werden. Insgesamt stehen knapp 20 % aller Buchen und Eichen über 120 Jahre in einem Naturwald oder sind als Habitatbäume ausgewiesen und werden ohne jede Nutzung geschützt. Der Naturwald-Anteil liegt in den Landesforsten derzeit bei 5,1 %. Zusätzlich werden 10 Bäume pro Hektar als Tot- und Habitatbäume aus der Nutzung genommen. „Wir wollen unsere Wälder als Lebensräume seltener Arten auch für die nachkommenden Generationen erhalten. Genauso, wie wir im Hier und Heute von der Arbeit unserer Vorgänger profitieren“, so Scherer.

In einer umfangreichen Antwort informieren die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten Greenpeace über den aktuellen Zustand der Landeswälder und über die Maßnahmenplanung für die kommenden Jahre. Die aktuellen Zahlen zu Laub- und Nadelwaldbeständen, sowie Zahlen zum Zuwachs und Einschlag sind auf der Internet-Seite der SHLF für öffentlich zugänglich (www.forst-sh.de

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten betreuen knapp ein Drittel der 155.000 ha großen Waldfläche in Schleswig-Holstein. Mit Gründung der Forsten als Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) am 1.1.2008 wandelte sich die einst traditionelle Forstverwaltung in ein zukunftsorientiertes und leistungsstarkes Unternehmen. Der Hauptsitz in Neumünster bildet die Schnittstelle und den Koordinationspunkt der Geschäftsfelder Holz und Dienstleistungen, Jagd und Wild, Gemeinwohlleistungen sowie biologischer und technischer Produktion. 30 Förstereien fungieren als Ansprechpartner vor Ort.

SHLF

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