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Die Rückkehr von Wölfen nach Schleswig-Holstein stellt besonders Weidetierhalter vor neue Herausforderungen.

Schleswig-Holstein verstärkt Wolfsmanagement

Der schleswig-holsteinische Umweltminister Jan Philipp Albrecht stellte am 13. Februar die Pläne zur Weiterentwicklung des Wolfsmanagements in Schleswig-Holstein vor.

Durch personelle Verstärkung im Wolfsmanagement beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und Auslagerung von organisatorischen Aufgaben an externe Dienstleister soll den wachsenden Aufgaben des Wolfsmanagements Rechnung getragen werden.

Dem Wolf Grenzen setzen

Zudem soll in den Kreisen, in denen Wölfe als resident eingestuft werden müssen und mit wiederkehrenden Rissen zu rechnen ist, ein dauerhafter Herdenschutz zunächst bei großen oder besonders gefährdeten schafhaltenden Betrieben vom Ministerium finanziert werden. So können mit begrenzten Finanzmitteln die Betriebe erreicht werden, denen ein Großteil der Schafe gehört. Landwirtschaftsminister Albrecht sagte dazu: „Es ist weiterhin richtig, dass auch dem streng geschützten Wolf klare Grenzen gesetzt werden. Um die Entwicklung weiterer ‚Problemwölfe‘ zu verhindern, müssen wir dafür gerade bei dem weiteren Ausbau des Herdenschutzes dranbleiben. Es muss allen klar sein, dass die Genehmigung zum Abschuss des ‚Problemwolfes‘ eine Ausnahme ist, die auf keinen Fall zur Regel werden kann und wird. Neben den bisher zur Verfügung gestellten Herdenschutzpaketen soll daher nun an bestimmten Präventionsschwerpunkten in dauerhafte Herdenschutzzäune investiert werden. Das kann aber nicht auf einen Schlag umgesetzt werden, sondern wird schrittweise geschehen.“

Präventionsschwerpunkte ausbauen

Angesichts der teilweise neuen Erkenntnisse über einzelne Wölfe in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg, Steinburg und Segeberg gelten diese Kreise als besondere Präventionsschwerpunkte, in denen zeitnah der Übergriff von Wölfen auf Nutztiere verhindert werden soll. „Das dauerhafte Leben mit Wölfen stellt die Halterinnen und Halter vor eine neue Herausforderung, deshalb werden wir in den besonders und dauerhaft betroffenen Kreisen durch eine neue Konzeption von Wolfspräventionsgebieten die Möglichkeiten für intensive und langfristige Herdenschutzmaßnahmen eröffnen“, erklärte Minister Albrecht. Deich- und Deichvorlandbereiche bleiben in diesen Kreisen von den Regelungen ausgenommen. Hier wird auch weiterhin ohne Präventionsleistung die vorgesehenen Ausgleichszahlungen bei Rissen geleistet werden. Für tragfähige Lösungen an Deichen stimmt sich das Ministerium gemeinsam mit Niedersachsen und dem Bund ab. „„Gerade in Wolfspräventionsgebieten brauchen wir die Mithilfe insbesondere der Schafthalterinnen und Schafhalter. Wenn nicht gezäunt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Wolf niederlässt und sich auf Schafe spezialisiert, deutlich höher. Hier müssen wir schrittweise weiterkommen“, so Albrecht.

Wolfspräventionsgebiete

In Wolfspräventionsgebieten werden weiterhin mobile und temporäre Herdenschutzpakete an Schafhalter kostenfrei verliehen, da die Finanzierung von dauerhaftem Schutz kurzfristig nicht allen Betrieben zu Gute kommen kann. Bestehen bleiben auch die Ausgleichszahlungen bei Rissereignissen, wenn Herdenschutzmaßnahmen lang- oder kurzfristiger Art beantragt oder umgesetzt wurden. „Wir werden sicherstellen, dass den Aspekten der Weidetierhaltung und des Naturschutzes auch im Rahmen der dauerhaften Wolfs-Präventionsmaßnahmen Rechnung getragen wird. Dennoch brauchen wir mehr Engagement beim Herdenschutz, um die Spezialisierung von Wölfen auf Nutztiere zu verhindern und zu einer echten Koexistenz zu gelangen“, sagte Albrecht.

Antragstellung

Die Schafshalter in den betroffenen Gebieten können ab sofort einen formlosen Antrag auf Präventionsförderung an das MELUND unter folgendem Kontaktdaten stellen (Kontakt: wolfspraevention@melund.landsh.de).

Hintergrund

Die neuesten eingetroffenen Individualisierungen von Rissproben zeigen, dass für die Rissvorfälle in Dithmarschen ein neuer Wolf (GW900m) aus Dänemark verantwortlich ist. Er ist dort im Zeitraum vom 12. bis zum 29. Januar 2019 für acht Rissvorfälle verantwortlich. Fünf Untersuchungsergebnisse aus Dithmarschen stehen noch aus. Der Wolf GW924m in Pinneberg/Steinburg und die Wölfin GW1120f in Segeberg gelten als resident. Neben dem Wolf GW1101m, der das letzte Mail im Dezember 2018 bei Dagebüll nachgewiesen wurde, ist nun auch GW900m (Dithmarschen) kurz davor als resident eingestuft zu werden.

Quelle: MELUND

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