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Schleswig-Holstein: Forstliche Förderung sichert Waldbestand

Mit rund 160.000 ha ist Schleswig-Holstein noch immer mit großem Abstand das waldärmste Flächenland in Deutschland. Gleichzeitig nimmt der Druck auch auf bestehende Waldflächen durch Verkehr, Siedlung, Energieversorgung, Bodenschätze (Kies) und Naturschutz zu. Ohne Gegensteuerung ist in dem waldarmen Land eine negative Waldbilanz kein Schreckgespenst mehr. Artenschwinden, Verlust von CO2-Senken und Erholungsräumen für die Allgemeinheit wären die Folgen.
Aber die Schaffung neuen Waldes bedarf finanzieller Anreize zur Motivation der Grundbesitzer, gegenüber einer Flächenkonkurrenz aus der Landwirtschaft Flächen aufzuforsten. Bestehende Wälder in Schleswig-Holstein sind zum Teil extrem klein. Oft sind es Standorte, die vielfach früher für die Landwirtschaft schlecht nutzbar waren. Dies sieht heute dank geänderter Anbautechniken und anderer Feldfrüchte (Mais) durchaus anders aus. Kleine Wälder leiden häufig unter Stress durch Wind, Sonne, Wassermangel und in deren Folge auch durch biotische Schaderreger (Borkenkäfer). Hinzu kommt Wildverbiss durch hohe Schalenwildpopulationen.
Waldumbau:
Um Wälder richtig zu pflegen und vor allen Dingen umzubauen, d. h., sie von häufig vorkommenden Reinbeständen in Mischbestände zu überführen und sie auch mit einem höheren Laubbaumanteil auszustatten, hat das Land in der Vergangenheit diese Maßnahmen unterstützt. Gefördert worden sind in 2009:
  • Erstaufforstungen ca. 50 ha Laubbaumkulturen
  • Umbauten/Voranbauten ca. 350 ha
  • davon 310 ha Laubbaumkulturen
  • und 40 ha Mischkulturen aus Laub- u. Nadelbäumen.
Waldbeschaffenheit in Schleswig-Holstein:
Der geringe Waldanteil Schleswig-Holsteins verteilt sich sehr ungleichmäßig im Land. Er nimmt von Nordwesten nach Südosten zu und erreicht im Kreis Herzogtum Lauenburg mit gut 20 % Waldanteil seine höchste Bewaldung. Im Bereich der Westküste und der Geest sind die geringsten Bewaldungsanteile zu finden und die Waldflächen häufig auch kleiner als im Südosten. Sind die Waldflächen im Landesteil Schleswig häufig nur wenige Hektar groß, finden sich größere Waldgebiete, wie der Segeberger Forst oder der Sachsenwald, nur im Landesteil Holstein.
Auch die Baumarten verteilen sich den Standortverhältnissen angepasst unterschiedlich. Auf den besser nährstoff- und wasserversorgten Standorten des östlichen Hügellandes wachsen vornehmlich Laubbaumwälder, geprägt durch Buche, mit Eichen, Ahornen und Eschen. Auf den ärmeren Sandstandorten in der Geest sind vielfach nadelbaumgeprägte Wälder dominierend.
Aufgaben der Forstabteilung
Holz ist ein umweltverträglicher, ständig nachwachsender Rohstoff, der weltweit zunehmend gefragt wird und auch neue Verwendungsmöglichkeiten findet (Biotechnologie). Forstwirtschaft ist eine langfristige Investition in die Zukunft, die Waldbesitzern und Gesellschaft gleichermaßen nützt. Aber die Erträge aus diesen Investitionen sind erst in einigen Jahrzehnten zu erwarten. Die Aufgaben der Forstabteilung in Bad Segeberg ist es, private und kommunale Waldbesitzer bei allen forstwirtschaftlichen Fragen wie Holzverkauf, Aufforstungen, Forstschutz, Betriebswirtschaft und Förderung zu beraten und zu betreuen. Zu diesem Zweck gibt es über das Land verteilt Bezirksförstereien. Außerdem bildet die Kammer Forstwirte aus und Waldbesitzer weiter.
Ohne das Angebot in den traditionellen Arbeitsgebieten zu reduzieren, hat die Forstabteilung in den vergangenen Jahren neue Arbeitsgebiete aufgebaut, die mit Erfolg betrieben werden. Hierzu gehören die Bereiche Waldpädagogik, Ökokonten-Konzepterstellung und -vermarktung sowie Waldbestattung.
 
LWK Schleswig-Holstein

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