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Schleswig-Holstein braucht mehr Feuchtwälder

Schleswig-Holstein braucht mehr Feuchtwälder

Das Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume und das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume veranstalteten am 22. September in Schwabstedt die Fachtagung „Das Potential der Feuchtwälder in Schleswig-Holstein“. Fazit der Tagung, die das Thema aus Sicht der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes und der Landschaftsentwicklung betrachtet, ist: Schleswig-Holstein braucht mehr Feuchtwälder und naturnahe dynamische Auen!
Auen-, Bruch- und Sumpfwälder prägten einst Schleswig-Holstein in weiten Teilen des Landes – sie waren daher sehr bedeutsam für die Artenvielfalt des Landes. Heute sind sie sehr selten geworden. Ihr Anteil an der Landesfläche beträgt nur noch ca. 0,5%. Ihre Bedeutung zur Lösung der drängenden Umweltprobleme wird vielfach noch nicht angemessen wahrgenommen, große Potentiale noch nicht ausgeschöpft.
Referenten aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Naturschutz und Landschaftsentwicklung stellten den über 40 Teilnehmern der Tagung die Bedeutung der Feuchtwälder für den Klima-, Hochwasser- und Naturschutz vor. Experten aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt zeigten überzeugende Lösungen und neue Wege der Begründung aus dem Bereich der mittleren Elbe.
Die Exkursion in die nahe Umgebung – in den Schwabstedter Westerkoog und den Ostenfelder Koog – zeigte überzeugende Beispiele der Feuchtwaldbildung durch natürliche Sukzession und im Wege der aktiven Neuwaldbildung. Sie bot Raum für weitere fachliche Diskussionen. In der freien Landschaft sind feuchte Bach- und Flußauen verbreitet. Landwirtschaftliche Flächen, insbesondere solche mit Ackernutzung, können mit wenig Aufwand der natürlichen Waldbildung auch im Zuge der Auenrenaturierung zugeführt werden. Allerdings stehen dem an vielen Orten auch Interessen entgegen.
Fazit: Schleswig-Holstein braucht mehr Feuchtwälder und naturnahe dynamische Auen! Bislang wurden alte Feuchtwälder mit Erfolg wieder renaturiert. Hier gibt es vielfältige Aktivitäten der öffentlichen und privaten Waldbesitzer, der Naturschutzstiftungen im Lande und im Rahmen der Managementplanung Natura2000. Diese Aktivitäten gilt es weiter auszubauen!
 

www.schleswig-holstein.de/AFNU

 
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