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Schirmbeck und Rief besuchen die Baumschule Karl Schlegel

Schirmbeck und Rief besuchen die Baumschule Karl Schlegel

Forstliche Themen standen im Vordergrund, als auf Einladung des CDU-Kreisverbandes Biberach, bzw. dessen Vorsitzenden Josef Rief der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck die Baumschule Karl Schlegel, einem langjährigen Mitgliedsbetrieb der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsforstpflanzen Süddeutschland e.V. (EZG), besuchte. Schirmbeck und Rief informierten sich vorrangig über Aspekte der Forstpflanzenproduktion für die heimische Forstwirtschaft und die Produktion in einem mittelständischen Baumschulbetrieb mit derzeit fast 100 Beschäftigten. Der Verkaufsleiter der Fa. Karl Schlegel Joachim Reis stellte den Betrieb vor und EZG-Geschäftsführer Gerhard Wezel ergänzte Aspekte zur Baumschulbranche.Anlass zur Sorge der baden-württembergischen Baumschulen sei der anhaltend geringe Pflanzenbedarf des Staatswaldes Baden-Württembergs (aktuell ca. 850.000 Pflanzen/Jahr), auch im Vergleich zu allen anderen Bundesländern und Waldbesitzarten. So pflanze z.B. der Staatswald Bayern fast das 4-fache und sogar der baden-württembergische Kommunalwald fast das 1,5-fache. Trotz sicherlich erfolgreicher natürlicher Verjüngung im Staatswald gebe es auch Grenzen bei deren Anwendung und es häufen sich Hinweise auf abgesenkte Standards bei der Waldverjüngung. Erschwerend komme hinzu, dass in einigen Landkreisen selbst „Bagatellmengen“ des Naturproduktes in unverhältnismäßig aufwändigen bürokratischen Verfahren beschafft werden. Ganz aktuell machen sich die baden-württembergischen Baumschulen wegen der FSC-Waldzertifizierung des Staatswaldes Sorgen, weil nun kurzfristig Pflanzen aus ökologischer Produktion bevorzugt werden sollen. Paradoxerweise könne derzeit keine einzige baden-württembergische Baumschule, einschließlich des landeseigenen Betriebes, völlig auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel verzichten, auch wenn man alles daran setze diese nur im absolut notwendigen Umfang einzusetzen. Wezel zeigte sich diesbezüglich aber verhalten zuversichtlich, auch weil man in diesem Punkt im engen Dialog mit ForstBW stehe.Rief und Schirmbeck zeigten Interesse an den Probleme der Baumschulen und sagten ihre Unterstützung zu, z.B. in Form von Kontaktvermittlung zu Entscheidungsträgern. Schirmbeck betonte darüber hinaus die Notwendigkeit der Geschlossenheit der Branche: So wie der Forstwirtschaftrat für die deutsche Forstwirtschaft spreche, sehe er auch ein gebündeltes Auftreten der Baumschulbranche als vorteilhaft und notwendig an. Abschließend bestand einhellig die Meinung, dass die Baumschulbranche zusammen mit weiteren Akteuren der Forstwirtschaft viele gemeinsame Interessen und Anliegen habe und alle gemeinsam daran arbeiten wollen, ihr Handeln für die Forstwirtschaft in der Gesellschaft positiv zu positionieren. Grundsätzlich berücksichtige und fördere nachhaltige Waldnutzung auch viele Anliegen des Naturschutzes.

EZG

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