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Der John Deere 6210 R ist mit mit vier Raupenlaufwerken von Soucy Track in der Grünflächenpflege unterwegs

Scherz Umwelt ist gut gerüstet

Mit den Sparten Entsorgung, Forst- und Landschaftspflege sowie Kompostierung/Biomasse steht die Firma Scherz Umwelt auf drei Standbeinen, die ihr auch in Krisenzeiten wirtschaftliche Stabilität ermöglichen. Ein beeindruckend vielfältiger Maschinenpark sorgt außerdem dafür, dass Scherz sehr flexibel auf unterschiedliche Anforderungen reagieren kann.

Es ist kein alltäglicher Anblick, wenn der Forstschlepper John Deere 6210R statt mit der üblichen Forstbereifung mit Raupenlaufwerken von Soucy Track vorfährt. So umgerüstet erzeugt die Maschine je nach Anbaugerät nur einen Bodendruck von 0,16 bis 0,30 kg/ cm². Die Scherz Umwelt GmbH & Co. KG (www.scherz-umwelt.de) setzt ihn daher in Feuchtgebieten oder auf befahrungsempfindlichen Flächen ein. Der 191 kW starke Schlepper dient dabei als universelle Trägermaschine für Anbaugeräte wie Forstmulcher, Rodungsfräse, Stubbenfräse oder Kreiselmähwerk. Jürgen Scherz ist ein begeisterter Tüftler, der jede Maschine in der firmeneigenen, professionell ausgestatteten Werkstatt noch ein wenig besser machen will.

So stolz wie auf dem JohnDeere-Schlepper ist der geschäftsführende Mitinhaber des Familienunternehmens auch auf den Turbo-3500-Anhänger von Krone, den die drei betriebseigenen Mechaniker mit einem ausfahrbaren „Schlittenfahrwerk“ ausgerüstet haben. Auf ihm lässt sich der Anhänger auf feuchten Untergründen ohne Bodenschäden ziehen. Natürlich kann der Traktor auch wieder auf herkömmliche Reifen umgerüstet werden. Dafür brauchen zwei Mitarbeiter zwar sechs bis acht Stunden, aber die Maschine lässt sich auf diese Weise eben ganzjährig und flexibel einsetzen.

Für die Forst- und Landschaftspflege besitzt das Unternehmen Scherz einen riesigen Maschinenpark.

Die passende Maschine

Neben dem John Deere besteht er aus mehreren Valtra-Schleppern, einem Merlo-Spezialmulcher sowie zwei ferngesteuerten Robomax- und Robogreen-Trägerfahrzeugen. Dazu kommen diverse Bagger, für die das Unternehmen Anbaugeräte wie Fällgreifer, Knickscheren oder Stubbenbohrer vorhält. Eine Vielzahl weiterer Geräte findet sich einsatzbereit in der Maschinenhalle. Scherz hat es sich zum Ziel gesetzt, die Trägerfahrzeuge möglichst ganzjährig auszulasten und dafür ein breitgefächertes Einsatzgebiet abzudecken. Er interessiert sich nicht für die großen Ausschreibungen wie beispielsweise zum Freischneiden von Straßenböschungen und den damit verbundenen Preiskampf. Ihm ist es wichtig, auf all die unterschiedlichen Anfragen mit dem passenden Maschinenkonzept reagieren zu können. Die Aufträge kommen von Kommunen, Forstverwaltungen oder Naturschutzverbänden, aber auch aus dem Privatbereich im Umkreis von rund 300 km rund um den Firmensitz im hessischen Altenstadt.

Pflege mit dem Robomax

So wird beispielsweise der Robomax des britischen Herstellers McConell zum Anlegen von Pflegegassen in einem Jungbestand eingesetzt, während ein Valtra-Schlepper – ausgerüstet mit einer 4er-Kreissäge von Noremat – einen Forstweg freischneidet. Auch hier hat der Tüftler wieder zugeschlagen und die Frontschaufel des Schleppers mit einer selbst konstruierten Räumgabel ausgestattet, die sich mit ihren drehbaren Walzen sehr schonend über den Boden bewegen kann.

Einen großen Teil der Dienstleistungen in der Forst- und Landschaftspflege machen aber Mulcharbeiten aus. Für sie bietet das Unternehmen verschiedene Mulchsysteme für die Pflege von Wald- und Naturschutzflächen, zum Anlegen von Rückegassen, zum Aufarbeiten von Windwurfflächen oder zur Baufeldräumung an. Angefangen beim Robogreen, einem 1 200 kg leichten Trägerfahrzeug, das in Hanglagen bis zu 55° Gefälle eingesetzt werden kann, reicht die Palette bis zum Flaggschiff Merlo MM 350 X, einer für Mulcharbeiten ausgelegten Spezialmaschine mit 260 kW. Ergänzt werden die Mulchsysteme durch zwei Rodungsfräsen zur flächigen Wurzelbeseitigung.

Der Familienbetrieb

Gegründet wurde die Scherz Umwelt GmbH & Co. KG Ende der 1980er Jahre von Hubertus Scherz. Er bot zunächst im Nebenerwerb landwirtschaftliche Lohnarbeiten an. Im Auftrag der Gemeinde Altenstadt kam dann eine Kompostieranlage hinzu, die gleichzeitig den Einstieg in die Entsorgung bedeutete. Zunächst nur für Grünschnitt ausgelegt, kamen bald auch andere Abfallarten dazu und im Jahr 2004 erhielt das Unternehmen die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb. Bereits 1999 ist Scherz der RAL-Gütegemeinschaft Kompost beigetreten, auch die Wald- und Landschaftspflege ist seit 2016 RAL-zertifiziert.

Neben den genannten Geschäftsbereichen betreibt Scherz seit 2012 auch zwei Pappel-Kurzumtriebsplantagen. Außerdem produziert das Unternehmen Hackschnitzel, die es in der eigenen Trocknungsanlage auf 20 % Wassergehalt trocknet und dann zum großen Teil in einem 500-kW-Heizkessel verbrennt. So versorgt Scherz gemeinsam mit einem Blockheizkraftwerk ein Nahwärmenetz für die umliegenden Betriebe.

Das Unternehmen wird seit 2012 in der zweiten Generation von den Kindern des Firmengründers geleitet, wobei Christine Scherz-Ries den Bereich Abfallwirtschaft und Disposition betreut, während Jürgen Scherz für Akquise, Einsatzplanung und Technik zuständig ist. Komplettiert wird das Familienunternehmen mit seinen mehr als 40 Mitarbeitern von Denise Scherz, der Frau von Jürgen Scherz, die sich als kaufmännische Leiterin um die Bereiche Personal, Buchhaltung und Marketing kümmert.

Andreas Hartkopf

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