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Die Vorsitzende der SDW Bayern und Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel aus Eichstätt anerkannte den enormen Einsatz von Forstleuten und Waldbesitzern.

Schadholz und Wiederaufforstung: Meinungsbildung in Bayern

Auf Initiative der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) fand eine Exkursion auf eine Borkenkäferschadfläche in den Bayerischen Staatsforsten bei München statt.

Inzwischen seien rund 200.000 ha Waldfläche durch Dürre und in der Folge Borkenkäfer abgestorben, erläuterte SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann die aktuelle Situation. Betroffen sind neben den Fichten auch Buchen und andere Baumarten.

Der Waldbeauftragte des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMEL) Cajus Caesar betonte, dass die Wiederaufforstung der Schadflächen mit standortgerechten und klimaresistenteren Baumarten in Mischung erfolgen muss. Dazu hätte der Bund über 500 Mio. € bereitgestellt. Nun kommt es darauf an, durch unbürokratische Vorgehensweise die finanziellen Ressourcen in Pflanzen auf der Fläche umzuwandeln. Baumarten wie zum Beispiel Traubeneiche, Roteiche, Rotbuche, Esskastanie in Mischung mit Küstentanne, Douglasie oder Sequoia können je nach Standort die Lösungen sein. Unserer Gesellschaft müsse es am Herzen liegen, einen nachhaltig bewirtschafteten, gesunden, vielschichtigen Wald aufzubauen, der einen umweltfreundlich erzeugten Rohstoff liefert und gleichzeitig der beste Klimaschützer ist.

Anhand der besichtigten Waldbilder verdeutlichte Forstamtsleiter Jörg Meyer vom Forstbetrieb Schliersee mit seinem Team die aktuelle Schadholzaufarbeitung und die Wiederaufforstung mit entsprechenden Baumartenmischungen.

Christian Kaul, Landesvorsitzender des Bayrischen Waldbesitzerverbandes, verwies auf den enormen Vermögensverzehr der Waldeigentümer mit Verkaufspreisen unter Aufarbeitungskosten, die Wiederaufforstungskosten und forderte einen finanziellen Ausgleich für Ökosystemleistungen und einen Wassercent. Der BDF Landesvorsitzender Bernd Lauterbach machte deutlich, dass es wichtig ist, mit fachlich ausgebildetem Forstpersonal die Herausforderungen anzugehen. Hier seien dringend zusätzliche Forststellen erforderlich.

Die Vorsitzende der SDW Bayern und Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel aus Eichstätt anerkannte den enormen Einsatz von Forstleuten und Waldbesitzern. Ihr gehe es um schnelles, unbürokratisches Vorgehen, sie werde das auf der Exkursion gesehene und besprochene unverzüglich in den politischen Meinungsbildungsprozess in Bayern und im Bayrischen Landtag einbringen. Sie nahm sich viel Zeit und brachte sich intensiv ein, so die Teilnehmer. Rullmann abschließend: Wir hoffen auf eine Rückmeldung.

SDW/Red.

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