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Sägewerksverband zur prekären Feuerversicherungs-Situation in der Branche

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) trägt der prekären Feuerversicherungs-Situation vieler Mitgliedsunternehmen Rechnung und sucht den Dialog mit Assekuranzen und Feuerwehren. Ein verbandsinterner Leitfaden soll den Brandschutz in den Betrieben verbessern und Lösungen für einen bezahlbaren Versicherungsschutz aufzeigen.
„Wir sahen großen Handlungsbedarf, da sich die Meldungen über Brände in der Säge- und Holzindustrie in der jüngeren Vergangenheit häuften“, sagt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. Infolge seien die Versicherer der Branche gegenüber zunehmend kritisch eingestellt: Einige zogen sich bereits aus dem Sektor zurück; die meisten erhöhten die Prämien und fordern von ihren Kunden technische Brandschutzanlagen in Millionenhöhe.
„Eine Umfrage zeigt, dass unsere großen Betriebe bereits mit entsprechenden großflächigen Sprinkleranlagen ausgestattet sind. Für die mittleren und kleinen Unternehmen steht die Investition aber in keiner Relation zum Versicherungswert und der Prämienreduzierung“, erklärt Schmidt.
Bei der aktuellen Marktsituation seien Nachrüstungen in diesem Volumen schlicht nicht darstellbar. Daher brauche es auch alternative Brandschutzmaßnahmen, um das das Vertrauen der Versicherer zurückgewinnen und ein vernünftiges Prämienniveau zu erwirken. 2014 haben sich die Beiträge für Betriebe ohne Sprinkleranlage teilweise drastisch erhöht. Um dieses Ziel zu erreichen, initiierte der Verband den „Arbeitskreis Brandschutz“, der mit Versicherern, Feuerwehren und Brandschutz-Experten in Dialog trat, um bezahlbare Lösungen zu suchen und durch gezielte Aufklärung das Brandrisiko in der Branche zu reduzieren.
Leitfaden mit konkreten Hinweisen für Brandschutzkonzepte
In diesem Rahmen entstand in Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und dem Deutschen Feuerwehrverband e.V. (DFV) ein Leitfaden zur Verbesserung des organisatorischen und technischen Brandschutzes in Betrieben. Dieser trägt dem hohen Risikopotenzial der Holz be- und verarbeitenden Industrie und den verschiedenen Problemfeldern im technischen, organisatorischen und baulichen Brandschutz Rechnung.
„In dem Leitfaden werden allgemeine und besondere Brandgefahren in Sägewerken sowie konkrete Handreichungen zur Erarbeitung von Brandschutzkonzepten dargestellt“, so Schmidt. Allgemein seien die Betriebe zudem angehalten, die Kommunikation mit den örtlichen Feuerwehren zu suchen und durch gemeinsame Übungen zu verstetigen.
„Wir hoffen, mit unseren proaktiven Maßnahmen in erheblichem Maße zur Gefahrenminderung beizutragen. Wir wollen den organisatorischen Brandschutz dahingehend optimieren, dass auch mit gezielten punktuellen Nachrüstungen bestehender technischer Anlagen ein versicherungswürdiger Brandschutz gewährleistet ist“, so Schmidt. Es sei wünschenswert, dass bei der Risikobewertung durch die Versicherer dann das Gesamtkonzept betrachtet werde.
Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband

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