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Blick in den Kongress-saal Foto: M. Kubatta-Große

Sägewerkskongress mit Rekordbeteiligung

Vom 17. bis 19. März fand in Mannheim der 9. Internationale Kongress der Säge- und Holzindustrie statt. Die Verantwortlichen beim Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) konnten eine Rekordbeteiligung von 375 Besuchern melden, davon 130 Säger. Der Veranstaltungsort, das Kongresszentrum Rosengarten wurde sehr gelobt. Mannheim wurde auch für kommende Kongresse in die engere Auswahl genommen. Erstmals fand der Kongress zusammen mit dem Forum der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) statt. Das 8. AGR-Forum bildete als „Rohstoffgipfel der Holzindustrie“ den Auftakt des Sägewerkskongresses. Diese Zusammenlegung hat die Besucherzahl nach Ansicht der Verantwortlichen befördert. Gleichzeitig wurde zum wiederholten Mal der geringe Anteil ausländischer Besucher sowie das Fernbleiben vieler kleinerer Säger bedauert. Hier wolle man weiter nachbessern, sagte DeSH-Präsident Steffen. Erfreulich sei dagegen die hohe Beteiligung aus Holzwerkstoffindustrie und Forstwirtschaft gewesen.Auf dem Rohstoffgipfel wurden die Wirkungskräfte zwischen Sägewerkskapazität, Rundholzangebot und thermischer Nutzung von Holz diskutiert. Besonders die Rolle des Kleinprivatwaldes wurde unter die Lupe genommen. Unternehmensberater Michael Funk sagte, der Kleinprivatwald sei für strategische Planungen der Holzindustrie nicht geeignet. Dessen Holzmengen stehen nach Funks Worten der Industrie nicht mit ausreichender Sicherheit zur Verfügung. Das hätten die letzten Jahre gezeigt.Ein eher düsteres Bild der Branche zeichnete zum Auftakt des Kongresses AGR-Präsident Leonhard Nossol. Jede der drei Branchensparten Säge, Platte und Papier haben in den letzten Jahren eine Negativrendite von –3 % erwirtschaftet. Es herrsche eine gewaltiger Investitionsstau.Im weiteren Verlauf des Kongresses wurden in einem neuartigen Interview-Format Themen wie Feuerversicherung, Energie- und Transportkosten sowie der Faktor Arbeitskraft diskutiert, die den Sägewerken besonders unter den Nägeln brennen. Ebenso Thema war die Rolle der deutschen Sägeindustrie in Europa. Deutschland sei die Nummer eins in Europa, die Sägeindustrie Motor und Schlüsselstelle für die gesamte Holzindustrie.Als unabdingbar wurde ein gemeinsames Branchenmarketing erkannt. Nur mit einer Steigerung der Holzverwendung könne man den Sägewerken aus ihrem Dilemma aus fehlenden Erträgen und ausbleibenden Innovationen helfen. Eine Lösung sei eine Ausweitung des Holzsystembaus, sagte Steffen Rathke.

Marc Kubatta-Große
Blick in den Kongress-saal Foto: M. Kubatta-Große Leonard Nossol Foto: Marc Kubatta-Große Michael Funk Foto: Marc Kubatta-Große

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