Holzverkauf und Holzpreise

Sägewerke wollen mehr Holz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Wie die Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) meldet, reagieren die dortigen Sägewerke auf die höheren Preise am Schnittholzmarkt. Die Branche in der Folge auch in der Lage, für heimisches Rundholz gute und faire Preise zu bezahlen. Allerdings ist die Vorarlberger Sägeindustrie im mitteleuropäischen Vergleich extrem kleinteilig strukturiert.

Eine Umfrage unter den Vorarlberger Sägebetrieben habe gezeigt, dass die Preise für heimisches Rundholz bereits im Dezember 2020 deutlich angehoben wurden – im Schnitt um 30 – 40 %. Sorgen mache man wegen der massiv gestiegenen Nachfrage aus den USA und China und den damit zusammenhängenden Preissteigerungen und Versorgungsengpässen für heimische Zimmereien, erklärt Christoph Bawart, Obmann der Fachgruppe Holzindustrie in der WKV.

Preistreiber Leimholzprodukte

Die Preise für ihre Holzprodukte habe die Vorarlberger Sägeindustrie bisher nur moderat angehoben, am wenigsten bei langjährigen Kunden aus Vorarlberg. Man werde die Vorarlberger Kunden auch weiterhin verlässlich in bisherigem Umfang beliefern.

Die Vorarlberger Sägeindustrie sei aber aufgrund ihrer Produktionsweise auf ein gewisses Sortiment spezialisiert. Einige heimische Zimmereibetriebe haben ihre Produktion auf die weiterverarbeiteten Holzprodukte der Großsägewerke und Holzindustrien außerhalb Vorarlbergs umgestellt. Diese Produkte wie OSB-Platten, Brettschichtholz, Leimbinder seien momentan die Preistreiber bei Holzprodukten, werden aber von Vorarlberger Sägebetrieben kaum oder gar nicht produziert.

Holz wird wahren Wert finden

Um die zusätzliche Nachfrage aus Vorarlberg zu bedienen, sei es wichtig, genügend frisches Rundholz aus den heimischen Wäldern zu bekommen. Deshalb appelliere man an die heimischen Waldbesitzer, jetzt ausreichend Rundholz zur Verfügung zu stellen.

„Wir gehen davon aus, dass der klimaneutrale Baustoff Holz in der aktuell turbulenten Zeit nach einer kurzen Preisfindungsphase seinen wahren Wert finden wird, der wohl deutlich über den bislang gewohnten Billigpreisen liegt. Dies wird aber für die gesamte Wertschöpfungskette Holz von Vorteil sein“, zeigt sich Bawart optimistisch

Daten zur Vorarlberger Sägeindustrie

Jährlicher Rundholzeinschnitt: 242.000 Fm

Anzahl der Betriebe und Mitarbeiter:

  • 48 aktive Sägereibetriebe
  • 30 Betriebe als Arbeitgeber mit ca. 120 Mitarbeitenden.

Größenstruktur der Betriebe nach Rundholzeinschnitt:

  • > 10.000 Fm: 5 Betriebe mit insgesamt 181.000 Fm
  • 5.000 – 10.000 Fm: 6 Betriebe mit 37.000 Fm
  • 1.000 – 5.000 Fm: 8 Betriebe mit 18.600 Fm
  • < 1.000 Fm: 16 Betriebe mit 5.800 Fm