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Sägewerke rechnen mit steigenden Schnittholzpreisen

Zum 57. Vier-Länder-Treffen der Sägeindustrie der Sägeindustrie am 10. September in Überlingen (Baden-Württemberg) trafen sich knapp 25 Vertreter der Sägeindustrie aus Österreich, der Schweiz, dem Elsaß und aus Baden-Württemberg. Sie diskutierten über Lage und Entwicklung der Sägeindustrie in ihren Ländern. Ein weiteres Thema war die Bedeutung des Holzbaus für die Branche.

Ludwig Jäger, der Geschäftsführer des gastgebenden Verbandes der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg (VSH), ging zunächst auf aktuelle Herausforderungen für die Branche ein. Er berichtete u.a. von einer seit Jahren angespannten wirtschaftlichen Lage bei den meisten Sägewerken; mit den erzielten Margen sind die Unternehmer weiter sehr unzufrieden. Die baden-württembergischen Sägewerker berichteten, dass die Betriebe im Land gut mit Nadelrundholz versorgt seien und dass sich das Preisgefüge beim Rundholz etwas verschoben habe, was insgesamt auf etwas rückläufige, teils unveränderte Rundholzpreise hinauslaufe. Die Nachfrage sei bei einigen Sortimenten gut: Die Betriebe rechnen mit jetzt steigenden Schnittholzpreisen. Negativ mache sich vor allem der Preisrückgang beim Sägerestholz bemerkbar.
Der Präsident des VSH, Wilhelm Schilling, moderierte die Marktdiskussion, bei der die Delegation des Sägeindustrie-Verbandes des Elsaß erklärte, dass die politische und wirtschaftliche Lage in Frankreich durch große Unsicherheit geprägt sei. Der Nadelschnittholzverbrauch in Frankreich sei in den vergangen fünf Jahren um 20 % zurückgegangen. Die wirtschaftliche Lage der Sägewerke ist nach Einschätzung der elsässischen Delegation dennoch insgesamt einigermaßen stabil geblieben. Die gesunkenen Preise für Sägenebenprodukte belasten die wirtschaftliche Lage der dortigen Sägewerke.
Weil die Forstbetriebe vorrangig ihr Käferholz verkaufen wollten, so berichteten die österreichischen bzw. vorarlbergischen Delegierten, seien die Frischholzpreise hoch. Die kleinen und mittelgroßen Sägewerke, die sich auf die Produktion von hochwertigem Schnittholz aus starkem Holz spezialisiert haben, seien aber auf Frischholz angewiesen. Auch in Österreich gingen die Preise für Sägenebenprodukte zurück.
In Folge der Aufwertung des Schweizer Frankens sind 2015 in der Schweiz die Rundholzpreise und der Holzeinschlags zurückgegangen. Die Versorgung der Schweizer Sägewerke litt darunter kaum, da vor allem die Rundholz-Exporte zurückgingen. Die Schweizer Delegation berichtete von einer anhaltend positiven Entwicklung der Schweizer Bauwirtschaft. Für die kommende Saison erwarten die Schweizer Sägewerke stabile Rundholzpreise. Gesunkene Preise für Sägenebenprodukte berichtete auch die Schweizer Delegation.
Der Laubholzmarkt wurde von allen vier Länder-Delegationen mehr oder weniger einheitlich beurteilt: Der Boom bei der Eiche hält unvermindert an. Auch Esche scheint trotz der großen Zwangsanfälle weiter problemlos absetzbar zu sein. Bei der Buche wurde im Rundholzeinkauf eine kaum veränderte Lage festgestellt. Der Buchenabsatz nach China sei etwas rückläufig, dafür zeige sich Mexiko als Wachstumsmarkt für den Absatz von Buchenschnittholz.
Über den modernen Holzbau sprach bei dem Sägeindustrie-Treffen der Zimmermann und Architekt Hubert Barth. Er leitet ein Holzbauunternehmen in Owingen, das sich u.a. auf den Bau mehrgeschossiger Wohnbauten spezialisiert hat. Zur Werbung für den Holzbau setzt Barth Berechnungen ein, die zeigen, wie viel CO2-Freisetzung dadurch eingespart wird, dass Holz an Stelle anderer Baustoffe eingesetzt wird.
VSH

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