Holzverkauf und Holzpreise

Sägewerke melden Rekordproduktion

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die deutschen Sägewerke begegnen der angespannten Lage am Holzmarkt mit einer Rekordproduktion und sinkenden Exportquote im ersten Quartal 2021. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) betont die Bemühungen seitens der Industrie, warnt vor den Folgen der Einschlagsbeschränkungen und appelliert neben der Sägeindustrie auch an die weiteren Branchenakteure, ihren Beitrag zur Entschärfung des Marktes zu leisten.

Die Produktionssteigerungen in den ersten Monaten dieses Jahres zeigen die Bemühungen der Säge- und Holzindustrie, die hohe Nachfrage am Holzmarkt zu bedienen, erklärt Jörn Kimmich, Präsident des DeSH. Die Rekordsumme von mehr als 7 Mio. m3 Schnittholz im ersten Quartal dieses Jahres sei eine Erhöhung um eine Million m3 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Exporte gesunken

Entgegen weitreichender Befürchtungen sei die Exportquote in den ersten drei Monaten des Jahres weiter gesunken. Während die Ausfuhren in die USA deutlich gestiegen sind, seien die Exporte nach China erheblich reduziert worden. 60 % der gesamten deutschen Ausfuhren verbleibe weiterhin in den Nachbarländern innerhalb der Europäischen Union.

Zum Ende des ersten Quartals konnten dem deutschen Holzmarkt so 5,8 Mio. m3 Schnittholz und damit 20 % mehr als im Vorjahr zur Verarbeitung bereitgestellt werden. „Die aktuellen Zahlen zeigen die Bemühungen der Säge- und Holzindustrie den heimischen Markt mit zusätzlichen Schnittholz zu versorgen. Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze und versuchen diese kontinuierlich zu steigern, um den Markt zu beruhigen“, betont Kimmich weiter.

Die Produktion von Nadelschnittholz ist im Vorjahresvergleich um knapp 18 % gestiegen, der Export nur um 8 %. Es ist als mehr Schnittholz verfügbar, dennoch ist die Versorgungslage angespannt. Denn auch die Nachfrage innerhalb Deutschlands nach Holzbauprodukten ist rasant gestiegen.
Die Produktion von Nadelschnittholz ist im Vorjahresvergleich um knapp 18 % gestiegen, der Export nur um 8 %. Es ist als mehr Schnittholz verfügbar, dennoch ist die Versorgungslage angespannt. Denn auch die Nachfrage innerhalb Deutschlands nach Holzbauprodukten ist rasant gestiegen. | Grafik: DeSH

Kritik an Einschlagsbeschränkungen

Die Einschlagsbeschränkung für frisches Fichtenholz im Zuge der Aktivierung des Forstschädenausgleichsgesetzes verschärfen die Marktsituation seit den letzten Wochen und laufen der steigenden Nachfrage zuwider, warnt der DeSH. Die Anstrengungen der Industrie durch Produktionsausweitungen zur Normalisierung des Marktgeschehens beizutragen, würden durch die Einschlagsbeschränkungen konterkariert.

Eine fehlende Rohstoffversorgung werde die Produktion zwangsläufig drosseln und letzten Endes negative Auswirkungen für alle entlang der Wertschöpfungskette haben. Hier müsse dringend nachgebessert werden. Während die Sägewerke im Laufe des Jahres mit einem Mangel an Frischholz rechnen, klagen einige Waldbesitzende bereits jetzt über Einschränkungen und Unsicherheiten, die es ihnen verwehren an den steigenden Rundholzpreisen zu partizipieren.

Lage nicht weiter verschärfen

In einer gemeinsamen Erklärung wendet sich die Säge- und Holzindustrie nun auch an die weiteren Branchenakteure und appelliert, die Lage nicht weiter zu verschärfen. Lieferungen zurückzuhalten oder Lagerbestände aufzubauen wirke einer Entspannung am Markt entgegen. Die Sägeindustrie arbeite kontinuierlich an der Ausweitung ihrer Produktion für die Verwendung von Holz in Deutschland, erklärt Jörn Kimmich und fordert alle Beteiligten zu einem offenen Dialog über langfristig angelegte Strategien auf.

Quelle: DeSH