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Sägewerke fürchten um Versicherungsschutz

Viele Sägewerke in Deutschland fürchten derzeit um ihre Zukunft, da einige Warenkreditversicherer, allen voran Euler Hermes, angekündigt haben, den Versicherungsschutz für bonitätsschwache Unternehmen zu kappen.

Warenkreditversicherungen sichern Unternehmen gegen Ausfallrisiken wegen unbezahlter oder zu spät bezahlter Rechnungen ab und sichern so die Liquidität der Unternehmen. Um diese Liquidität fürchten jetzt viele Sägewerke, da unter anderem Deutschlands größter Warenkreditversicherer Euler Hermes angekündigt hat, den Versicherungsschutz in Kürze zu kappen.

Schutzschirm läuft aus

Als Grund darf angenommen werden, dass zum Jahresende 2020 der Schutzschirm der Bundesregierung für Kreditversicherer ausläuft. Eine Verlängerung dieser Staatsbürgschaft ist zwar angekündigt, aber noch nicht unter Dach und Fach. Deshalb kündigte Euler Hermes an, in Kürze den Versicherungsschutz für Unternehmen deren Bonität schwach erscheint, in ein befristetes Limit mit Ablauf zum 31. Dezember 2020 zu ändern.

Vor allem Laubholzsägewerke betroffen

Wie eine Umfrage des DeSH ergab, sind vor allem Laubholzsägewerke immer noch von den Folgen der Coronakrise betroffen. Sie äußern sich durch geringere Umsätze und schlechteren Aussichten für die kommenden Monate. Für Versicherer bedeutet das eine schlechtere Bonität. Nach heutigem Stand könnte also der ein oder andere Säger am 1. Januar ohne Versicherungsschutz dastehen. Wenn er Holz liefert ist er dann zu 100 % davon abhängig, dass der Kunde auch bezahlt. Der Zahlungsausfall ist dann nicht mehr versichert. Das ist Gift insbesondere für das Exportgeschäft.

Überbrückungshilfe

Seit dem 21. Oktober können Unternehmen die Überbrückungshilfe II der Bundesregierung beantragen. Sie gewährt Hilfsgelder von September bis Dezember 2020. Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) fordert eine Verlängerung dieses Teils des Schutzschirms bis Mitte 2021. Wie der DeSH auf Anfrage mitteilt gibt es Ankündigungen aus dem Bundeswirtschaftsministerium, nach denen einige Hilfsprogramme, unter anderem auch die Warenkreditversicherung, bis zum Frühjahr 2021 verlängert werden sollen. Kommt die Verlängerung nicht, befürchten die Verbände drastische Absatzeinbrüche in der Holzwirtschaft. Und wo kein Schnittholz mehr verkauft wird, dort fließt auch kein Rundholz mehr hin.

DeSH/HDH/Red.

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