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Sägensensation bei Stihl

Im Rahmen der Herbstpressekonferenz hat Stihl einen echten Kracher präsentiert: Die Stihl MS 500i wird die erste Motorsäge mit elektronisch gesteuerter Einspritzung.
Die technischen Daten des Prototyps sind beeindruckend:

  • 5 kW (6,8 PS) aus 80cm³
  • Leergewicht 6,2 kg
  • Leistungsgewicht 1,24 kg/kW
  • Kettenbeschleunigung 0-100km/h: 0,25 sec

Vor allem die letzten beiden Werte sind für eine Seriensäge absolut weltrekordverdächtig. Bisher hat es noch keine Säge geschafft, unter die magische Grenze von 1,3 kg/kW zu kommen und die Spitzenwerte für die Beschleunigung liegen sonst um die 0,3 sec. Mit anderen Worten Die Säge wird fast so stark wie eine MS 661 (5,4 kW) bei einem Gewicht knapp über der MS 462 (6,0 kg). Und von der Sprintzeit können auch Formel 1-Piloten nur träumen.

Mehr Power
Die Leistungssteigerung verdankt die Maschine ganz klar der Einspritztechnik: Während die bisherige M-Tronic nur den Zündzeitpunkt anpassen konnte, regelt die Elektronik hier auch den optimalen Einspritzzeitpunkt und die -Dauer, je nach Außentemperatur und Maschinenzustand. Eingespritzt wir übrigens nicht, wie man vielleicht denken würde, in den Brennraum sondern in das Kurbelgehäuse – der Zweitaktmotor braucht weiterhin auch dort seine Schmierung.
Weniger Gewicht
Dass die Säge parallel auch noch leichter wurde, ist nicht selbstverständlich. Schließlich kommen ja ein Generator, das Steuergerät und das Einspritzventil als Bauteile hinzu.

Die elektronische Einspritzung erfordert ein paar zusätzliche Bauteile Foto: H. Höllerl

Demgegenüber spart man sich aber den Vergaser und die Zündanlage am Lüfterrad. Das verbessert nebenbei dort die Strömungsverhältnisse, so dass dieses kleiner werden kann. So ergibt sich unter dem Strich eine Gewichtsersparnis.
Völlig neu?
Vor gut zehn Jahren gab es schon mal eine Säge mit Einspritzung, die Oleo-Mac PS 400, baugleich mit Efco MT 4000. Die vergleichsweise simple Technik reduzierte für damalige Verhältnisse zwar den Kraftstoffverbrauch und den Schadstoffausstoß gewaltig, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.  Zu Spritverbrauch und Abgaswerten gibt sich Stihl übrigens im Moment noch recht bescheiden. Diese Werte seien auf dem Niveau sehr guter konventioneller Sägen, aber bisher noch nicht wesentlich besser.
Mit der elektronischen Einspritzung hat man andererseits schon ein paar Erfahrungen gesammelt, nämlich im Trennschleifer TS 500i, den es schon seit vier Jahren gibt. Insofern wird es auch gar nicht mehr so lange dauern, bis die Einspritzersäge auf den Markt kommt. Spätestens Weihnachten 2018 können wir sie uns vom Christkind wünschen… Zu welchem Preis, das wollten die Stihler noch nicht verraten, aber bei den Trennschleifern ist die Differenz zu den Normalen minimal.

Heinrich Höllerl

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