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Sägeindustrie fordert faire Rahmenbedingungen

Sägeindustrie fordert faire Rahmenbedingungen

Am 24. September 2010 fand in München die Mitgliederversammlung des Verbands der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen e.V. statt. Zur Sprache kam auch ein neues Gutachten, demzufolge die „Klausnerverträge“ rechtswidrig und nichtig sind.

„Es kann nicht sein, dass einer besser ist, weil er eine höhere Förderung erhält“, so Dr. Veit Welsch, Fachgruppen-Geschäftsführer und 1. Vorsitzender für den Verband der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen e.V. Für die Produktionsseite forderte Welsch faire Rahmenbedingungen ein. Einen etwas intensiveren Verlauf nahmen seine Präsentation und die anschließenden Diskussionsbeiträge, als er auf den Vertrag mit „Klausner Holz Bayern“  bzw. „Ilim Timber Bavaria“, wie das Landsberger Sägewerk jetzt heißt., zu sprechen kam. Der Staat darf die Strukturentwicklung nicht beeinflussen und keine Monopolstellung von einzelnen Betrieben schaffen. Der Verband hat ein neues Gutachten anfertigen lassen, das zum Ergebnis kommt, dass die „Klausnerverträge“ rechtswidrig und nichtig sind. Die Entscheidung darüber liegt jetzt bei der EU-Kommission. Nach Welsch geht es bei diesem Widerstand nicht gegen eine bestimmte Firma, sondern für den Erhalt von fairen Wettbewerbsverhältnissen.
Auch Forstminister Brunner will in Bezug auf diese Vereinbarung endlich Rechtssicherheit erhalten, damit die Diskussionen ein Ende nehmen. „Ich habe mich deshalb bereits Anfang September an die Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission  gewandt und darum gebeten, die dort jüngst eingegangenen Beschwerden zur Klausner-Vereinbarung möglichst rasch zu überprüfen“ betonte Brunner und fügte hinzu: „Wir freuen uns alle miteinander, wenn es so ausgeht, wie wir uns dies wünschen“. Für den Fall, dass der Beschwerde nicht Recht gegeben wird, sind sich Brunner und Welsch einig: „Dann ist es, wie es ist und die Verträge müssen akzeptiert werden“.
Waldbesitzer sollen zu verstärktem Holzeinschlag aufgerufen werden
Trotz der eigenartigen Situation, dass trotz eines hohen Holzpreises die Sägewerke nicht genug Holz bekommen, kann sich Brunner nicht mit dem Vorschlag des Verbandes anfreunden, mit einen höheren Einschlag durch die BaySF dämpfend auf den Holzpreis einzuwirken, denn nur ein Viertel des Jahreseinschlages von rund 21 Mio. fm kommt aus dem Staatsforst. Eine wirksame Erhöhung dieser festen Größe ist nicht möglich, ohne die Nachhaltigkeit in Frage zu stellen. Schwer zu beeinflussen ist der von Jahr zu Jahr schwankende Einschlag im Privatwald, aus dem der Hauptanteil mit rund 14 Mio. fm kommt. „Hier entscheiden die Waldbesitzer allein, wie sie mit ihre Waldeigentum umgehen. Von staatlicher Seite können und dürfen wir hier nicht eingreifen“ so der Forstminister. Um die „aktiven“ Waldbesitzer zu erreichen, wollen der Bayerische Waldbesitzerverband, der BBV, das Wirtschaftsministerium und die Forstverwaltung jetzt alle Informationskanäle nutzen, um die Waldbesitzer gezielt zu verstärkter Waldpflege und mehr Holznutzung aufzurufen.  Unter der Federführung des „Clusters Forst und Holz“ soll darüber hinaus ein Kommunikationskonzept erarbeitet werden, um speziell auch die „passiven“ Waldbesitzer erreichen.
Den Klagen der Säger über den zu hohen Holzpreis kann Brunner nicht folgen, „der Rohstoffpreis ist aus meiner Sicht nicht zu hoch“. Es geht jetzt nicht darum, das Rohprodukt Holz billiger zu machen, sondern die Situation durch Absatzsteigerung und durch eine Erhöhung des Preises für das Endprodukt zu entschärfen.
Verabschiedung von Dr. Veit Welsch
Nach 35 Jahren engagierter Tätigkeit als Fachgruppen-Geschäftsführer und 1. Vorsitzender für den Verband der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen e.V. legte Dr. Veit Welsch am 1. September sein Amt in jüngere Hände. So waren viele  Mitglieder und Ehrengäste, unter ihnen auch Land- und Forstminister Helmut Brunner, zur  Mitgliederversammlung in die Paulaner-Gaststätte am Nockerberg in München gekommen um ihm für seinen unermüdlichen Einsatz zu danken und ihn im Amt zu verabschieden. In seinem letzten Geschäftsbericht lies Welsch die wesentlichen Ereignisse seiner langjährigen Amtszeit noch einmal Revue passieren. Stolz macht ihn die Tatsache, dass im Verband die Säger aller Größenklassen vereint sind, von denen jeder seinen  Markt  hat. In Zukunft wird es weiterhin eine wichtige Daueraufgabe sein, die Kunden zu sensibilisieren und von den Vorzügen des regionalen Holzes zu überzeugen.
Ludwig Holly

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