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Sachstand zum Aktionsplan zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Sachstand zum Aktionsplan zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/DieGrünen (Drucksache 17/14578) bezüglich Umsetzung des Aktionsplans der Bundesregierung zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe liegt vor (Drucksache 17/147 vom 13.9.2013). Ziel des am 8.9.2009 verabschiedeten Aktionsplanes ist ein „Gesamtkonzept für eine deutliche und anhaltende Steigerung des Biomasseanteils und der Effizienz des Biomasseeinsatzes bei der Rohstoffversorgung in Deutschland“. Die Antwort enthält noch nicht das Ergebnis der Evaluierung; sie ist ein Sachstandsbericht. Die Überprüfung der Zielerreichung wird 2013 fortgeführt.
Projekte zur Steigerung der Rohholzbereitstellung
Unter dem Handlungsfeld 1 „Sicherung der Rohstoffbasis“ wird der verstärkten nachhaltigen Bereitstellung und Nutzung von Holz eine zunehmende Bedeutung beigemessen. In der Antwort heißt es: „Gerade die Bewirtschaftung des Kleinprivatwaldes ist von regionalen Maßnahmen und der Beratung durch die Landesforsten abhängig. Daher ist die Zusammenarbeit mit den Bundesländern hierbei von hoher Wichtigkeit.“ Die Bundesregierung unterstütze im Rahmen des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ Projekte, die eine Steigerung der Rohholzbereitstellung zum Ziel haben.
Verschiedene Fördermaßnahmen sowie Vorhaben aus dem Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) wurden auf den Weg gebracht. Das betrifft die Koppel- und Kaskadennutzung ebenso wie die Anlage von Kurzumtriebsplantagen. Vor allem bezüglich der Kaskadennutzung von Biomasse wird der Forschungs- und Entwicklungsbedarf allerdings als „noch erheblich“ eingeschätzt.
Holz als Basis neuer biobasierter Produkte
Einer der FuE-Schwerpunkte ist der Aufbau einer Pilotanlage zur industriellen Nutzung von Biomasse im Rahmen der „Spitzencluster BioEconomy“ am Standort Leuna (Sachsen-Anhalt). Dazu wurde das Chemisch-Biotechnologische Prozessentwicklungszentrum (CBP) errichtet. In einem die Land-, Forst- und Holzwirtschaft übergreifenden Ansatz soll der Rohstoff Holz für die Entwicklung neuer biobasierter Produkte genutzt und alle stofflich nicht nutzbaren Reste energetisch verwertet werden. Im Fokus stehen dabei neue und auf Laubholz (aktuell mit dem Schwerpunkt auf der Buche) basierende technologische Prozesse und Produkte. Diese machen sich wegen des Waldumbaus in Richtung höherer Laubholzanteile erforderlich.
Für den Bereich „Bauen und Wohnen“ im Handlungsfeld „Sicherung der Nachhaltigkeit“ wurde eine Datenbank mit Umweltproduktdeklarationen entwickelt. Allerdings gebe es für biobasierte Produkte noch Handlungsbedarf.
Biobasierte Wirtschaft in Deutschland stärken

Die im Zusammenhang mit dem Handlungsfeld „Öffentliches Auftragswesen“ durch das Umweltbundesamt bislang erarbeiteten Ökobilanzen „zeigen keine eindeutigen Umweltvorteile für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen“, heißt es in dem Sachstandsbericht. Deshalb wären Maßnahmen zur Förderung solcher Produkte im Rahmen der Beschaffung nur gerechtfertigt, „wenn die Nachhaltigkeit für das konkrete Produkt klar belegt ist“. Die Steigerung von biobasierten Produkten bei der Beschaffung für Bundesressorts bzw. Länder und Kommunen lasse sich nicht beziffern. Eine Expertengruppe werde sich im Rahmen der Allianz für nachhaltige Beschaffung aber damit befassen.
Die stoffliche und konstruktive Verwendung von Holz wird, wie in der Ergebnisdarstellung zum Handlungsfeld „Bauen und Wohnen“ ausgeführt, über zahlreiche Vorhaben gefördert. Auch hier ist wiederum das „Spitzencluster BioEconomy“, in dem u.a. die Entwicklung innovativer Holzbaukomponenten und -systeme aus Buche gefördert wird, eines der Beispiele.
Um die biobasierte Wirtschaft in Deutschland zu stärken, hat die Bundesregierung über den Aktionsplan zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe hinaus am 17.7.2013 die „Politikstrategie Bioökonomie“ beschlossen, welche gleichwohl die Forstpolitik tangiert.
S. Loboda/Quelle: Deutscher Bundestag

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