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Geschäftsführer von Sachsenforst bei der Begrüßung Quelle SBS

Sachsenforst: Nachhaltigkeit für die Zukunft sichern

Beim Tag von Sachsenforst am 25. April 2013 in Dresden-Pillnitz ging es um Konzepte für eine zukunftsfähige nachhaltige Waldbewirtschaftung.
„Wir sind Forstbetrieb, Naturschutzproduzent, Berater und Betreuer für die sächsischen Waldbesitzer, Bildungspartner und Forschungsinstitution – diese Verbundstruktur hat sich als Erfolgsfaktor für die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Sachsen erwiesen, und wir werden uns dieser Aufgabe auch in Zukunft stellen.“ Diese Feststellung traf Sachsenforst-Geschäftsführer Professor Hubert Braun bei der Begrüßung der rund 250 Tagungsteilnehmer, darunter auch Staatsminister Frank Kupfer und der umweltpolitische Sprecher der sächsischen CDU-Fraktion Dr. Stephan Meyer.
Neben privaten, körperschaftlichen und staatlichen Waldbesitzern waren auch Vertreter von kommunalen und staatlichen Verwaltungen sowie forstliche Dienstleistern und Partner aus der Holzwirtschaft unter den Gästen. Auch Forstleute aus der Tschechischen Republik und aus benachbarten Bundesländern waren der Einladung gefolgt.
 
Staatsminister Frank Kupfer bestätigte in seinem Grußwort den integrativen Ansatz von Sachsenforst: „Mit der Waldstrategie 2050 der sächsischen Staatsregierung halten wir an einer nachhaltigen, multifunktionalen und naturnahen Waldbewirtschaftung fest. Denn mir ist es wichtig, dass auch künftig Anforderungen an die biologische Vielfalt, die Erholungsfunktion, den Erosions- und Trinkwasserschutz sowie die Holznutzung auf ein und derselben Fläche erfüllt werden und sich nicht gegenseitig ausschließen“, so der Minister.
 
Anhand von fünf Vorträgen wurden beispielhaft die zukünftigen Herausforderungen an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dargestellt und wie Sachsenforst diesen Herausforderungen begegnet.

• Dr. Henning Andreae, Leiter des Referates Standortserkundung, Bodenmonitoring, Labor im Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft, zeigte auf, dass sich trotz stark zurückgegangener Schadstoffimmissionen die versauerten Waldböden im Erzgebirge nur sehr langsam regenerieren. Eine wichtige Hilfe ist dabei die Bodenschutzkalkung. Anhand aktueller Analysedaten wird es immer besser möglich sein, Kalkgaben genau dem lokalen Bedarf der Böden anzupassen.

• Im zweiten Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Thomas Knoke von der Technischen Universität München Nachhaltigkeitsmodelle in der Forstwirtschaft aus ökonomischer Sicht. Sein Fazit: Eine möglichst kontinuierliche Holznutzung senkt die Risiken und gewährleistet die Nachhaltigkeit am besten; die Kosten von Flächenstilllegungen werden zu wenig quantifiziert; in Nadelholzreinbeständen erhöht der Waldumbau mit Laubholz bereits bei relativ geringen Beimischungen die Stabilität erheblich und bringt ökonomische und ökologische Vorteile für den Waldbesitzer und die Gesellschaft.

• Aus wachsenden Vorräten in strukturarmen Fichtenaltbeständen ohne Unterstand, die im sächsischen Staatswald immer noch auf großen Flächen stocken, erwachsen in den kommenden Jahren enorme Waldschutzrisiken. Dr. Eisenhauer, Leiter des Kompetenzzentrums für Wald und Forstwirtschaft bei Sachsenforst, beschrieb die waldbaulichen Handlungsoptionen für den zukünftigen Umgang mit solchen Beständen. Ziel für Sachsenforst besteht darin, diese Bestände so zügig und risikoarm wie möglich in stabilere Strukturen zu überführen und Verjüngungsvorräte aufzubauen.

• Bei der Holzernte, einem Kernprozess im Forstbetrieb, werden neue Organisationsformen beim Einsatz von Waldarbeitern erprobt, zum Beispiel revierübergreifende flexible Waldarbeitergruppen. Auf sensiblen Standorten testet Sachsenforst eine besonders bodenschonende Ausstattung von Forstmaschinen. Bernd Flechsig, Leiter des Referates für Waldarbeit, Forsttechnik und Arbeitsschutz zeigte in seinem Vortrag, dass sowohl soziale als auch technische Aspekte zur Nachhaltigkeit in der Holzernte gehören.

• Im Privatwald kann Sachsenforst in Form von Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung und Betreuung Einfluss auf die Waldbewirtschaftung nehmen. Wenn dieses Angebot vertrauenswürdig und attraktiv ist, wird es von den Waldbesitzern angenommen. Wie Holm Karraß, Leiter des Forstbezirks Oberlausitz mit knapp 90.000 ha Privatwald im Territorium erläuterte, bewirkt die Unterstützung der Waldbesitzer durch Sachsenforst nicht nur mehr Sicherheit sondern auch mehr Wertschöpfung bei der Privatwaldbewirtschaftung. Er machte unmissverständlich klar, dass Sachsenforst seine Leistungen in Kooperation mit privaten Forstdienstleistern und Forstbetriebsgemeinschaften erbringt und nicht als Konkurrent.

Die Vorträge gaben einen Eindruck von der Breite des Aufgabenfeldes, in dem Sachsenforst aktuell, aber auch in Zukunft nachhaltig und vorbildlich agieren will. Die lebhaften Diskussionen brachten zum Ausdruck, wie schwierig nachhaltiges Handeln im Wald ist, wenn es unterschiedlichsten Ansprüchen und Interessen genügen soll.
 
Die Vorträge und weitere Informationen über Sachsenforst im Internet unter www.sachsenforst.de
SBS/Daniel Thomann
Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Frank Kupfer bei seinem Grußwort Quelle SBS Prof. Hubert Braun Geschäftsführer von Sachsenforst bei der Begrüßung Quelle SBS

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