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Sachsenforst koordiniert Moorprojekt

Sachsenforst koordiniert Moorprojekt

Ein von der EU gefördertes Ziel-3-Projekt tschechischer und deutscher Partner will die gefährdeten Moore am Erzgebirgskamm zwischen Hora Sv. Šebastiána und Satzung zu neuem Leben erwecken. Am 29. Oktober begannen die Arbeiten zur Wiedervernässung. 
In der frühen Neuzeit begann das jahrhundertelange „Sterben“ der erzgebirgischen Moore: Wasserläufe wurden im Zuge des Erzbergbaus gefasst und umgeleitet. Torf wurde als Brennstoff oder für die Herstellung von Gartenerden „gestochen“. Die als unproduktiv geltenden Moorböden wurden durch Entwässerung für den Waldbau nutzbar gemacht.  
Die Austrocknung und Zersetzung der letzten verbliebenen Moorkörper sollen nun an geeigneten Stellen – wie an der deutsch tschechischen Grenze – gestoppt und die  Voraussetzungen für eine Regeneration der Moore geschaffen werden. Ingo Reinhold, Leiter des Forstbezirkes Marienberg, zu den geplanten Renaturierungsarbeiten: „Entscheidend für das Torfwachstum ist, dass das ankommende Niederschlagswasser im Moorkörper gehalten wird. Deshalb müssen Entwässerungsgräben verschlossen und die abgeschnittenen hydrologischen Einzugsgebiete teilweise wieder angeschlossen werden.“
 
Das Vorhaben steht im engen Zusammenhang mit den seit Mitte der 1990er Jahre andauernden Moorschutzbestrebungen des Zweckverbandes Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“, der in einem Vorläuferprojekt zusammen mit drei weiteren Partnereinrichtungen die hydrologischen und planerischen Grundlagen erarbeitet hat.

Sachsenforst ist mit dem Forstbezirk Marienberg nunmehr Leadpartner und Koordinator des bis Ende 2014 laufenden Umsetzungsprojektes. „Das ist sinnvoll, denn unsere Mitarbeiter können ihre hervorragende Ortskenntnis und ihre Erfahrung mit praktischen Naturschutzmaßnahmen sowie mit dem Einsatz von leistungsfähiger und geeigneter Technik im sächsischen Staatswald einbringen“, so Reinhold. Die anderen Projektpartner, darunter die Tschechischen Staatsforsten, vertreten durch die Regionaldirektion Teplice und das Forstamt Klášterec nad Ohři, der Zweckverband Naturpark „Erzgebirge/Vogtland“, die Region Ústi nad Labem, die Landesdirektion Sachsen und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie führen Renaturierungsmaßnahmen in eigener Regie durch bzw. widmen sich der Erfolgskontrolle (Monitoring) und der Öffentlichkeitsarbeit.
 
Etwa 1 Mio. EUR Fördermittel der Europäischen Union fließen in das Projekt der Mitgliedsländer Tschechien und Deutschland.

SBS

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