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Eröffnung des Schwarzwildgatters ?Seelitz? im Wermsdorfer Wald (v.l.): Peter Palm (Präsidiumsmitglied Landesjagdverband Sachsen)

Sachsenforst: Jagdhundeausbildung wird weiter professionalisiert

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat am 10. September sein neu errichtetes Schwarzwildgatter im Wermsdorfer Wald bei Leipzig an den Landesjagdverband Sachsen übergeben. Dieser wird das Schwarzwildgatter künftig betreiben und den reibungslosen und tierschutzgerechten Ablauf der Jagdhundeausbildung am wehrhaften Wild garantieren.

Die Schwarzwildstrecke liegt in Sachsen seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Im Jagdjahr 2015 wurden landesweit etwa 27.000 Schwarzkittel erlegt. Gleichzeitig steigen die Schäden, die die Landnutzer, allen voran die Landwirte, aber auch Waldbesitzer, zu tragen haben, stetig. Eine wirksame Reduktion der Schwarzwildbestände konnte trotz intensiver jagdlicher Bemühungen noch nicht erreicht werden. Weil die Ursachen hierfür komplex sind, müssen alle Beteiligten gemeinsam handeln: „Es liegt in unserer Verantwortung als Jäger und Flächenverwalter, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Revierübergreifenden, gut organisierten Drückjagden fällt dabei eine Schlüsselrolle zu“, so Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.
Als wichtiger Handlungsschritt erfolgte bereits im Juni 2014 die Unterzeichnung der „Freiberger Erklärung“. Neben Sachsenforst unterzeichneten das gemeinsame Grundsatzpapier der Landesjagdverband Sachsen, der Sächsische Landesbauernverband, der Sächsische Waldbesitzerverband sowie die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitze. Die intensivere Durchführung von Drückjagden ist ein wesentliches Standbein dieses Konzeptes, der Einsatz von gut ausgebildeten, früh an die Schwarzwildjagd gewöhnten Hunden die unerlässliche Grundlage desselben. Der Erfolg der Drückjagden basiert zum Wesentlichen darauf, dass speziell ausgebildete Jagdhunde die Wildschweine beunruhigen, so dass diese ihre Einstände und Dickungen verlassen. Die Jäger können dann von einem Hochstand aus das Schwarzwild sicher ansprechen und erlegen. Eine effektive und tierschutzgerechte Wildschweinbejagung ist ohne die vierbeinigen Jagdhelfer kaum möglich.
„Im Forstbezirk Leipzig, in dem das Schwarzwildgatter liegt, werden jährlich bis zu 80 % der gesamten Jahresstrecke an Schwarzwild auf den herbstlichen Drückjagden erlegt. Das unterstreicht die Bedeutung gut ausgebildeter Stöberhunde für die Jagd“, so Forstdirektor Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig. Junge Jagdhunde sammeln im Schwarzwildgatter Erfahrungen mit den Wildschweinen und lernen deren Wehrhaftigkeit kennen. Der Hundeführer hat die Möglichkeit, das Verhalten seines Hundes anzupassen, um sowohl den Hund, als auch das Schwarzwild vor Verletzungen zu schützen. Dieser Ausbildungsprozess ist notwendig und kann in einem Schwarzwildgatter unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden.
Dr. Gert Dittrich, Präsident des Sächsischen Landesjagdverbandes freut sich: „Das Schwarzwildgatter schließt eine bedeutende Lücke bei der qualifizierten Ausbildung von brauchbaren Jagdhunden in Sachsen. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Bisher mussten sächsische Hundeführer zur Ausbildung ihrer Vierbeiner in benachbarte Bundesländer reisen.
 

Link zur Freiberger Erklärung

 
Staatsbetrieb Sachsenforst
Eröffnung des Schwarzwildgatters ?Seelitz? im Wermsdorfer Wald (v.l.): Peter Palm (Präsidiumsmitglied Landesjagdverband Sachsen) Karl-Ernst Brehmer (Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter)

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