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Sachsen: Soldaten im Einsatz gegen den Borkenkäfer

Die Bundeswehr eilt dem sächsischen Wald zur Hilfe. Seit dem 27. August sind rund 30 Soldaten der Bundeswehr In den Forstbezirken Bärenfels, Chemnitz und Marienberg im Einsatz. Der Einsatz weiterer Soldaten auch in den Forstbezirken Eibenstock und Neudorf ist vorgesehen.

Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371 „Marienberger Jäger“ sowie aus weiteren Standorten werden durch das Landeskommando Sachsen eingesetzt. Sie sollen etwa drei Wochen die Waldarbeiter bei der Beräumung der Wälder unterstützen.

Dazu der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft des Freistaates Sachsen, Thomas Schmidt: „Ich bin Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem Landeskommando Sachsen sehr dankbar für die Unterstützung im Kampf gegen den Borkenkäfer. In den sächsischen Wäldern spielt sich eine Katastrophe ab, die ihresgleichen sucht. Der Staatsbestrieb Sachsenforst ist bei der Beräumung des Waldes an die Grenzen seiner Ressourcen gelangt – gleichzeitig muss das befallene Holz schnellstmöglich aus dem Wald gebracht werden, um den weiteren Befall zu vermindern. Die Zeit läuft unerbittlich gegen uns.“

Der Einsatz der Soldaten im Wald ist ein Novum.

Vor dem Hintergrund der einer Naturkatastrophe gleichenden Situation hatte Staatsminister Schmidt die Bundesverteidigungsministerin und das Landeskommando um Unterstützung gebeten. Grundlage hierfür bildet der Artikel 35 des Grundgesetzes, wonach sich Landes- und Bundesbehörden Amtshilfe leisten können. Die Kosten für den Einsatz wird der Freistaat Sachsen tragen. In den Forstbezirken arbeiten die Soldaten mit den Forstleuten zusammen, um befallene Fichten zu finden und zu fällen. Anschließend werden die Bäume mit ihrer Hilfe entrindet oder die vorhandenen Borkenkäferlarven durch Pflanzenschutzmittel abgetötet. Vor allem die Beseitigung kleiner und verteilter Befallsstellen soll so beschleunigt werden. Sie sind die Hotspots, von denen das flächige Absterben ausgeht.

Borkenkäferkalamität forsthistorisch ungekannten Ausmaßes

Durch die Stürme und Witterungsextreme in den vergangenen beiden Jahren hat sich im Freistaat Sachsen eine Borkenkäferkalamität forsthistorisch ungekannten Ausmaßes entwickelt. Das Wetter im Jahr 2019 in Mitteldeutschland bietet weiterhin günstigste Bedingungen für die Insektenentwicklung und reduziert durch Trockenheits- und Wärmestress die natürlichen Abwehrkräfte der Nadelbäume gegen Borkenkäfer. Die sächsische Forstwirtschaft war personell und materiell bisher nicht ausreichend in der Lage, die Kalamität entscheidend einzudämmen.

Je nach Witterungsverlauf könnte die Situation entstehen, dass die Kalamität regional nicht mehr zu beherrschen ist. Die Borkenkäferkalamität wird im Jahr 2019 voraussichtlich zu einem flächigen Absterben von Fichtenbeständen im Hügelland und in den unteren Berglagen führen. Dies könnte auch die Waldbrandgefahr merklich erhöhen. Außerdem verursachen die vielen absterbenden Nadel- und Laubbäume erhebliche Gefahren für die Verkehrssicherheit an den öffentlichen Straßen und Wegen sowie Eisenbahntrassen.

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

SMUL

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