Forstbetrieb

Sachsen: Konflikt mit Mountainbike-Fahrern spitzt sich zu

Bearbeitet von Carolin Föste

In Wäldern werden immer wieder Sprungschanzen und Hindernisse für Mountainbikes errichtet. Werden sie ohne Absprachen und abseits der Wege gebaut, ist dies illegal. In Sachsen spitzte sich der Konflikt jetzt zu, denn: Nicht jede Form der Freizeitgestaltung ist durch die Erholungsfunktion im Wald gestattet.

Durch Bauten, oft aus Kunststoffen, ist der Wald beeinträchtigt. Der Boden wird belastet, aufkommende Verjüngung bedrängt. Nicht zuletzt gefährdet der rasante Sport mit Mountainbikes Waldbesucherinnen und -besucher und auch die Radfahrer selbst.

Seit Juli spitzt sich das angespannte Verhältnis zwischen einigen Mountainbikern und den Angestellten des sächsischen Forstbezirks Marienberg zu. Revierförster Thomas Köhler, der das Revier vor zwei Jahren übernahm, ließ nun unerlaubt errichtete Sprungschanzen abbauen.

Konflikt im Wald: Förster erhält Drohung

Köhler erhielt daraufhin ein Schreiben, das ihn beleidigte und mit der Andeutung „wenn du noch einmal unsere Strecke zerstört, überprüfen wir die Standfestigkeit deiner Hochsitze“ bedrohte. Desweiteren wollen die anonymen Absender den Boden auflockern, sollte ein erneuter Rückbau der Anlagen erfolgen. Damit werde gedroht, mutwillig Straftaten zu begehen, antwortet der Staatsbetrieb Sachsenforst nun öffentlich auf den Drohbrief mit einer aktuellen Mitteilung über die Auseinandersetzung.

Jetzt könnte man davon ausgehen, das Radfahren würde doch keinen Schaden anrichten und müsste als Sport durch die Erholungsfunktion des Waldes in jedem Fall gestattet sein. Dagegen sprechen jedoch Gesetzesgrundlagen, denn nach § 11 Absatz 1 des Sächsischen Waldgesetzes ist das Radfahren im Wald nur auf Forststraßen und offiziellen Wegen gestattet. Welche Gründe haben diese Regeln?

Darum ist Mountainbiken im Wald nur auf Wegen gestattet

Der Regionalpresse gegenüber berichtete Köhler: „In dem Gelände gibt es mindestens fünf Strecken, jede um die 500 Meter lang.“ Das gefährde Forstleute und Passanten: „Die Biker kommen förmlich aus dem Nichts und springen über den Hauptweg“, so Köhler weiter.

Was im Wald gestattet ist und was nicht liegt daher nicht im Ermessen der Waldbesucherinnen und -besucher. Der Wald diene als Erholungsort vielen Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen und kann daher nicht von Gruppen mit speziellen Ansprüchen für sich beansprucht werden, heißt es in der Meldung von Sachsenforst weiter. Da die Erholungsfunktion im Wald aber eine wichtige Rolle spielt, unterstützen einige Forstbetriebe sportliche Aktivitäten im Wald. Dafür können ausgewiesene Routen, auch für Radsportlerinnen und -sportler genutzt werden. Auch in Sachsen gäbe es entsprechende Strecken für Mountainbiker.

Sachsenforst erstattet Strafanzeige

Den Brief wollen die Forstleute nicht tatenlos hinnehmen. Forstbezirksleiter Ingo Reinhold sagt: „Wir haben die zuständige Polizeidienststelle informiert und umgehend Strafanzeige erstattet. Jedem, der im Wald abseits von Waldwegen mit Fahrrädern, Mountainbikes oder Enduro-Maschinen fährt, ohne dass die Strecke behördlich genehmigt wurde, muss bewusst sein, dass er gegen geltendes Recht verstößt.“ Die angedrohten Sachbeschädigungen seien strafbar, das will Sachsenforst nicht ignorieren.

Konflikte zwischen Forstbetrieben und Mountainbikern, die unerlaubte Mountainbike-Trails errichten, gibt es deutschlandweit.

Quelle: Sachsenforst