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Sachsen: Jährliche Bodenschutzkalkung im Erzgebirge gestartet

Sachsen: Jährliche Bodenschutzkalkung im Erzgebirge gestartet

Forstminister Frank Kupfer hat am 5. Juli im Forstbezirk Neudorf (Erzgebirgskreis) den offiziellen Startschuss für die diesjährige Bodenschutzkalkung gegeben. Mit Hubschraubern und Flugzeugen werden bis Ende des Jahres über rund 10000 ha Wald etwa 40000 t Magnesiumkalk aus Dolomitgestein ausgebracht. Das sind rund 4 t/ha, die in den Mittelgebirgslagen im Erzgebirge und im Vogtland zur Regeneration des Waldbodens beitragen. „Der Freistaat Sachsen investiert in diesem Jahr 2,5 Mio. EUR in die Bodenschutzkalkung“, sagte der Minister. „Das ist die einzige Möglichkeit der extremen Bodenversauerung in den Wäldern entgegenzuwirken.“

Jahrzehntelange Säureeinträge aus der Luft machen die jährliche Bodenschutzkalkung nötig. Vor allem Schwefeldioxid, aber auch andere Luftschadstoffe wie Stickstoffverbindungen haben die Bodenchemie verändert und zu einer tiefgründigen Versauerung geführt. Auch wenn heute fast kein Schwefeldioxid mehr aus der Luft eingetragen wird, wirkt die Bodenversauerung noch lange fort. Die Bodenschutzkalkung verhindert eine weitere Verschlechterung und ermöglicht die langsame Regeneration der Waldböden.

Das Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft des Staatsbetriebes Sachsenforst übernimmt zusammen mit den örtlichen Forstbezirken die Organisation der Bodenschutzkalkungen. Dabei werden 8396 ha Landeswald und 1692 ha Privat- und Körperschaftswald gekalkt.

Die Bodenschutzkalkung ist auch eine Vorbereitung für den Waldumbau. Im Landeswald investiert Sachsen jährlich rund 15 Mio. EUR für junge Buchen, Weißtannen und Edellaubbäume. Diese anspruchsvollen Baumarten brauchen günstige Startbedingungen. Haben sie sich aber erst einmal etabliert, wirken sie mit ihrer leicht zersetzbaren Laubstreu – im Gegensatz zu den sauer wirkenden Fichtennadeln – einer weiteren Bodenversauerung entgegen und fördern langfristig die Regeneration der Böden.

SMUL

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