ABO

Sachsen: Holzmobilisierung und Waldpflege im Privatwald

Sachsens Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun übergab am 10. September der Forstbetriebsgemeinschaft „Waldgemeinschaft Pfaffroda“ – einem Zusammenschluss von 300 privaten Waldbesitzern – in Olbernhau im waldreichen Erzgebirge zwei Förderbescheide. Die Mittel stammen aus der Bund-Länder Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes” (GAK). Mit den Mitteln soll die Forstbetriebsgemeinschaft ihr Holzangebot bündeln, den ökologisch wertvollen Rohstoff effektiv vermarkten und eine nachhaltige und fachgerechte Waldpflege gewährleisten.

„Die Förderung von Forstbetriebsgemeinschaften ist ein zentrales Instrument, um private Waldbesitzer bei der anspruchsvollen Waldbewirtschaftung zu unterstützen“, erläutert der Landesforstpräsident. Der Großteil der rund 85.000 Waldeigentümer in Sachsen besitzt nur äußerst kleine Flächen. „Gerade Besitzer kleiner Waldflächen müssen unterstützt werden, weil sie wichtige Leistungen für die Allgemeinheit erbringen, aber besondere Erschwernisse zu tragen haben.“ Sachsenforst hat im Auftrag des Freistaates Sachsen im vergangenen Jahr insgesamt 367.000 € aus Mitteln der Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft (RL WuF/2014) für Forstbetriebsgemeinschaften bereitgestellt.

Herausforderungen gemeinsam annehmen

Private Waldbesitzer durchleben derzeit schwierige Zeiten. Sturm, Hitze und Trockenheit führen zu großen Schäden im Wald und in frisch gepflanzten Kulturen. Besonders problematisch ist die gegenwärtige Situation für Besitzer sehr kleiner Waldflächen ohne eigene Fachkräfte und kostspielige Forsttechnik.

Gut, wenn Waldbesitzer sich zusammengeschlossen haben und die Herausforderungen gemeinsam annehmen. So wie die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft „Waldgemeinschaft Pfaffroda“. Die 300 Mitglieder bewirtschaften ihre eingebrachten Waldflächen (derzeit rund 1.030 ha) seit 1992 gemeinsam aus einer Hand. Die Waldgemeinschaft Pfaffroda kann auf diese Weise rund 6.500 m³ Holz jährlich vermarkten und drei eigene Waldarbeiter beschäftigen.

„Der Zusammenschluss bringt für die Waldbesitzer viele Vorteile“, erläutert Robin Liebscher, hauptamtlicher Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft. Die Bewirtschaftung erfolgt besitzübergreifend nach dem Solidarprinzip. „Teure Forsttechnik kann auf allen Flächen genutzt werden. Durch die gebündelte Vermarktung des Holzes erzielen wir höhere Preise und Waldwege können über Eigentumsgrenzen hinweg unkompliziert gebaut und unterhalten werden.“ Insbesondere die Nachteile geringer Flächengröße, ungünstiger Flächengestalt oder Besitzzersplitterung können so überwunden werden.

Leistungen für die Allgemeinheit

Die verbesserte Waldbewirtschaftung kommt dabei nicht nur den Waldbesitzern zugute. Ein nachhaltig gepflegter Wald erbringt vielfältige Leistungen für die Allgemeinheit in hoher Qualität – Erholung, Filterung von Wasser und Luft, Schutz vor Bodenerosion und wertvolle Biotope sind nur einige Vorteile. Aufgrund ihrer besonderen Gemeinwohlleistung unterstützt der Freistaat Sachsen die gemeinschaftliche Bewirtschaftung des Kleinprivatwaldes. Die Fördermaßnahmen werden durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes mitfinanziert.

In Sachsen agieren derzeit 22 Forstbetriebsgemeinschaften mit insgesamt rund 1.650 Mitgliedern und einer zusammengeschlossenen Fläche von etwa 51.300 ha – das entspricht gut einem Fünftel des Privatwaldes in Sachsen. Sachsenforst berät private Waldbesitzer und Forstbetriebsgemeinschaften zu allen Fragen der Waldbewirtschaftung kostenfrei. Die Revierförster in den Forstbezirken und Schutzgebietsverwaltungen von Sachsenforst helfen, Kontakt zu anderen Waldbesitzern, zu forstlichen Dienstleistern, Forstbetriebsgemeinschaften und anderen Behörden herzustellen.

Weitere Informationen zum und für den Privat- und Körperschaftwald, zur Forstförderung sowie über den zuständigen Revierförster bietet das Waldbesitzer-Portal unter www.sachsenforst.de.

Sachsenforst

Auch interessant

von