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Sachsen: Forstwirtschaft und Naturschutz gehören zusammen

Sachsen: Forstwirtschaft und Naturschutz gehören zusammen

Beim diesjährigen Tag des Staatsbetriebes Sachsenforst unter dem Motto „Naturschutz – Teil unseres Handelns“ wurde Naturschutz als eine wesentliche Leistung nachhaltiger Forstwirtschaft präsentiert.
 
„Der heutige Tag von Sachsenforst mit dem Thema ‚Naturschutz – Teil unseres Handelns’, war keine Alibiveranstaltung, sondern Naturschutz ist integraler Bestandteil unserer nachhaltigen und ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“. Dieses Fazit zog Sachsenforst-Geschäftsführer Prof. Hubert Braun vor über 250 Tagungsteilnehmern. Die meisten Gäste konnten dieser Aussage zustimmen, wenn auch manche Zielvorstellungen zwischen Naturschützern und Waldnutzern lebhaft diskutiert wurden.
 
Neben privaten, körperschaftlichen und staatlichen Waldbesitzern waren auch Vertreter von Naturschutzverbänden, von kommunalen und staatlichen Verwaltungen sowie aus der Holzwirtschaft vertreten. Auch Forstleute aus der tschechischen Republik und aus benachbarten Bundesländern waren der Einladung gefolgt. Forstminister Kupfer würdigte in seinem Grußwort die Verdienste der Forstwirtschaft: „Trotz anders lautender Meinungen steht es um den Naturschutz im Wald nicht schlecht.“ Der Waldumbau, der seit über 20 Jahren vielfältige Mischwälder entstehen lässt, sei ein entscheidender Beitrag für mehr Arten- und Biotopvielfalt im sächsischen Wald. „Die Erfolge bei der gezielten Anpflanzung der Weißtanne in den sächsischen Mittelgebirgen sind dafür ein Beleg“, so der Minister.
 
Die Forderungen der EU-Richtlinie „Fauna-Flora-Habitat“ (FFH-Richtlinie) werden im sächsischen Staatswald konsequent und vorbildlich in die Waldbewirtschaftung integriert. Klare innerbetriebliche Regelungen und praxistaugliche technische Hilfsmittel – wie beispielsweise die Nutzung von geografischen Informationssystemen auf mobilen Rechnern – tragen hierzu bei. Sie ermöglichen Sachsenforst auch eine fundierte Beratung privater und körperschaftlicher Waldbesitzer zu ihren rechtlichen Verpflichtungen und wirtschaftlichen Freiheiten in FFH-Gebieten.
 
Gegenseitiges Verständnis und die Zusammenarbeit von Waldbewirtschaftern, Forst- und Naturschutzbehörden sowie ehrenamtlichen Naturschützern bringen die Naturschutzarbeit im Wald am besten voran und sind vielfach gelebte Realität, wie in den sechs Fachvorträgen klar zum Ausdruck kam.
 
Interessante Forschungsergebnisse zu nichtheimischen pflanzlichen und tierischen Einwanderern präsentierten die Referentinnen der forstlichen Fakultät der TU Dresden. Auch wenn sich nur wenige der neuen Arten invasiv ausbreiten und wirtschaftliche und ökologische Schäden verursachen, wird sich die Forstwirtschaft in Sachsen in Zukunft damit auseinandersetzen müssen. Baumarten wie Roteiche oder Robinie, die im Zeichen des Klimawandels einerseits als willkommene Bereicherung der forstwirtschaftlichen Baumartenpalette gesehen werden, können andererseits lokal ein Problem für schützenswerte Waldökosysteme werden.
 
Die sächsischen Großschutzgebiete (Nationalpark Sächsische Schweiz, Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und die Naturschutzgebiete Königsbrücker Heide und Gohrischheide/Zeithain) werden von Sachsenforst weiter als Zentren der Artenvielfalt aufgebaut. Dazu gehört auch, dass nach und nach große Waldflächen gänzlich aus der Bewirtschaftung genommen werden, was am Beispiel der Waldentwicklung im Nationalpark erläutert wurde. 
SBS

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