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Sachsen: Baumkletterer im Dienste der Forschung

Sachsen: Baumkletterer im Dienste der Forschung

Baumkletterer sind Anfang November im Auftrag des Staatsbetriebes Sachsenforst mit der Gewinnung von Nadelproben auf acht sächsischen Dauerbeobachtungsflächen beschäftigt. Am Beispiel einer Fläche in der Laußnitzer Heide bei Dresden demonstrierten am 3. November zwei ausgebildete Baumkletterer die Probengewinnung.  Die Dauerbeobachtungsflächen werden im Rahmen des EU-weiten Level-II-Programms vom Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft des Sachsenforstes im Zuge von Langzeituntersuchungen betreut. Das Monitoring erfolgt europaweit auf etwa 900 Flächen.
Kontinuierlich werden verschiedene Parameter wie Stoffeinträge aus der Atmosphäre, eine Stoffbilanz sowie der Boden- und Humuszustand erhoben. Zusätzlich erfolgt jährlich eine optische Begutachtung der Baumkronen und der Bodenvegetation. Permanent ermittelte meteorologische Daten runden das Messkonzept ab. Im zweijährigen Rhythmus werden zudem Nadel- und Blatternten und anschließende Untersuchungen im Labor durchgeführt.
Die Intensivuntersuchungen an Dauerbeobachtungsflächen dienen vor allem der Erweiterung der Kenntnisse über die Dynamik in den Waldökosystemen und die Reaktionen auf veränderte Umweltbedingungen. Entsprechend können Handlungsempfehlungen für Politik und Forstwirtschaft abgeleitet werden. Die Probengewinnung erfolgt mittels Seilklettertechnik unter möglichst großer Schonung der jeweiligen Bäume. Beerntet werden die Nadeln der letzten drei Jahre.
Die Proben werden im Labor am Hauptsitz des Sachsenforstes im Pirnaer Ortsteil Graupa getrocknet, gemahlen und auf verschiedene Elemente wie Schwefel, Stickstoff, Phosphor oder Kalzium untersucht. Zudem stehen auch Elemente wie  Kupfer, Blei, Cadmium und Zink im Fokus. Ziel der Untersuchungen ist die Analyse der Nährstoffgehalte und deren Veränderungen im langjährigen Mittel. Durch Wiederholungsanalysen können Störungen in der Nährstoffversorgung der Bäume als Indikator für die Luft- und Bodenqualität dokumentiert werden. 
Die acht sächsischen Dauerbeobachtungsflächen befinden sich in der Nähe der Ortschaften Colditz, Laußnitz, Bautzen, Bad Schandau, Cunnersdorf, Altenberg, Olbernhau und Klingenthal. Sie wurden nach der immissionsökologischen Repräsen tanz für Sachsen ausgesucht und umfassen die Hauptbaumarten der sächsischen Wälder unter typischen Wuchsbedingungen. 
SBS

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