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Beim Gesprächstermin auf der PEFC-Ruhebank: Prof. Dr. Armin Willingmann (M.) informiert sich bei Peter Gaffert (l.) und Michael Selmikat über den Zustand des Waldes im Harz.

Sachsen-Anhalt: Waldschäden in den Blick rücken

Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, Prof. Dr. Armin Willingmann, war im Juli in Wernigerode zu Gast und ließ sich auf der dortigen PEFC-Ruhebank über den Zustand des Waldes informieren. Weitere Ruhebänke sollen in besonders geschädigten Waldgebieten aufgestellt werden und so den Blick vor Ort auf die massiven Waldschäden lenken.

Die im Frühsommer 2020 aufgestellte, sechs Meter lange PEFC-Ruhebank im Wald des Wernigeröder Ortsteils Schierke ist für Wanderer und Besucher nicht allein ein sanftes Ruhekissen, fällt der Blick bei der Rast doch auf die dramatischen Schäden im Harzwald. Verursacht durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer entstanden in den letzten drei Jahren Freiflächen, wo vormals Wald war und braune Hänge im Nationalpark, wo Touristen bislang sattes Waldgrün gewohnt waren.

Wie dringend notwendig für die Region daher aktives forstliches Handeln in Form einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Waldbewirtschaftung und die Unterstützung dieser durch die Politik ist, davon konnte sich im Juli Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, Prof. Dr. Armin Willingmann, bei einem Gesprächstermin auf der PEFC-Ruhebank mit Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert und Michael Selmikat, Revierleiter des Stadtwaldes Wernigerode, ein Bild machen.

Waldschutz und Tourismus

Selmikat erläuterte, mit welchen Maßnahmen in den kommenden Jahren der Wiederaufbau der Wälder vorangetrieben werden soll. Mit diesen sollen möglichst vielfältige Waldbestände begründet und gefördert werden, denn diese seien am ehesten geeignet, möglichst stabil den Auswirkungen des Klimawandels zu trotzen. Nur so könnten die Wälder die zahlreichen Ansprüche, die an sie gestellt werden, auch erfüllen: etwa Lebensräume für Pflanzen und Tiere bieten, Wasser filtern, Sauerstoff produzieren sowie CO2 speichern und damit einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten. Auch der für die Harzbesucher und -anwohner so wichtige Erholungsnutzen könnten nur grüne und gesunde Wälder bereitstellen.

Minister Willingmann betonte beim Gesprächstermin die Bedeutung des Waldes für den Tourismus in der Region: „Jährlich kommen bis zu sieben Millionen Besucher in den Harz, sehr viele nach wie vor wegen des Wald- und Naturerlebnisses. Allein in Wernigerode sind es bis zu zwei Millionen Tagesgäste, von denen die meisten auch Teile des Erholungswaldes besuchen. Viele Gäste zeigen sich besorgt über den aktuellen Zustand des Waldes. Um die äußerst erfolgreiche Entwicklung des Tourismus in den kommenden Jahren fortzusetzen, besteht auch aus touristischer Sicht allergrößtes Interesse an einer nachhaltigen Entwicklung und sinnvollen Pflege der Harz-Wälder.“

Dazu ergänzend hob Oberbürgermeister Peter Gaffert den für die Besucher so wichtigen Erholungsnutzen des Waldes hervor: „Unsere Einwohner und insbesondere unsere Gäste sind betroffen über den Zustand des Waldes. Die nachhaltige Forstwirtschaft ist der richtige Weg, um unseren Wald wieder zu einem Erholungsraum zu machen.“

Das Konzept der PEFC-Ruhebank

Die PEFC-Ruhebank aus Wernigerode soll zur Blaupause auch für andere Regionen werden, die von den Waldschäden stark betroffen sind: Bänke im gleichen Format werden an touristisch stark frequentierten Stellen, die den Blick auf geschädigte Waldbestände freigeben, aufgestellt. Gesprächstermine mit Lokal- und Landespolitikern sollen die Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit auf den Waldzustand lenken und Akzeptanz für die Maßnahmen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung schaffen, die jetzt und in Zukunft zum Aufbau klimastabiler Wälder notwendig ist.

Quelle: PEFC/Red.

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