ABO
Sachsen-Anhalt: Jahresversammlung des Waldbesitzerverbandes

Sachsen-Anhalt: Jahresversammlung des Waldbesitzerverbandes

Wo sonst als in der Lutherstadt Wittenberg sollte die Jahreshauptversammlung des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt im Reformationsjahr stattfinden? Zur Jahreshauptversammlung konnte sich der Vorsitzende Franz Prinz zu Salm-Salm über den gut besetzen Malsaal der Cranach Höfe freuen.

Neben den Vertreten aus der Politik, Bernard Daldrup, Dorothea Frederking, Guido Heuer und  Sepp Müller konnte er die Chefs und zahlreiche Mitarbeiter der Landesbetriebe des Forstbereichs und befreundeter Verbände  begrüßen.
  
Der Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode und PEFC-Vizepräsident Peter Gaffert  gab eine Betrachtung der Forstwirtschaft aus der Sicht einer Kommune und  die Notwendigkeit der Zertifizierung aus Sicht von PEFC. Er stellte fest, dass der Wald von Wernigerode (Forstbetrieb mit über 2.000 ha Waldfläche) besondere Anforderungen zu erfüllen hat. Wald ist in erster Linie und vor allem Erholungsraum und Raum für Freizeitnutzung. Den Wanderern, Joggern, Skiläufern ist Forstwirtschaft meistens egal, dennoch sind sie alle auch Waldnutzer. Den Anforderungen des Tourismus muss im Harz besondere Rechnung getragen werden, dann ist Wald- und Forstwirtschaft die Säule der Bruttowertschöpfung. „Wir haben zur Bewusstmachung dieser Tatsache, dass Wald Arbeitsplätze schafft, den Wald in die Stadt geholt“, sagte Gaffert und sprach sich für die Zertifizierung nach PEFC aus. Denn: „Zertifizierte Rohstoffe aus heimischen Wäldern stehen bei uns in ausreichendem Umfang zur Verfügung, vermeiden lange Transportwege, ist der Nachweis dafür, dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen, schaffen regionale Arbeitsplätze.“
Der Hauptgeschäftsführer der AGDW – Die Waldeigentümer, Alexander Zeihe, widmete sich dem Thema Forstpolitik in Ansehung der bevorstehenden Bundestagswahl. Zeihe stellte den Dachverband der Landesverbände mit seinen Aufgabenfeldern vor und ging dann ein auf die anstehende Sozialwahl. Weitere Themen waren die Novellierung des Naturschutzgesetzes, das Kartellverfahren, die Biomasseverordnung der Europäischen Union, das dringend zu lösende Problem des Pflanzenschutzes. Hier verwies er auf die Wichtigkeit der Demo vor dem Umweltbundesamt in Dessau.
Der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm, gab seinem Redebeitrag die Überschrift „Zwischen Wolf und Wohlleben“. Er stellte zum ehemaligen Förster der Gemeinde Hümmel, Peter Wohlleben (Peter – who?), kurz fest, dass die Gemeindevertreter von Hümmel einen Förster wollten und keinen Vertriebsmanager eigener Bücher.  Aus diesem Grund hätte sich die Kommune schon vor dem Auftritt bei „HART ABER FAIR“ (mehr dazu  auf www.wbvsachsen-anhalt.de, Seite Start) von ihrem Förster getrennt. Hauptaugenmerk richtete er auf die Probleme im Lande. Von außerordentlicher Bedeutung für den Verband und den ländlichen Bereich sei der Kleinprivatwald, so Salm. Die Bedrohung der Existenz für den Kleinprivatwald sei massiv, denn „allein die Zwangsabgaben für die Sozialversicherung und für die Wasser- und Bodenverbände  sind erdrückend und zwingen die  Besitzer zum Verkauf ihrer Flächen“. Und: „Wenn die Finanzlage nach Aussage von Ministerpräsident Haseloff keinen Spielraum für die Sicherstellung von ausreichendem Forstpersonal hergibt, dann ist zu fragen, ob die Landesregierung bezogen auf den Artenschutz richtig liegt.“ Seine Beispiele: Wenn der Biber ganze Waldflächen vernichtet und der Wolf die Weideviehhaltung  und damit die Offenlandflora und -fauna  verändern wird, dann fehle es der Politik an der nötigen Gesamtsicht für den Artenschutz. Salm rief die Anwesende auf zum steten Engagement für die ländlichen Räume, zum Einsatz für das Eigentum und zum Bekenntnis für den Generationenvertrag.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
Werner Bodenstein

Auch interessant

von