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Die Nesterzählung für den Eichenprozessionsspinner (EPS) ergab in diesem Jahr an 120 Orten im Wald Sachsen-Anhalts Warnschwellenüberschreitungen.

Sachsen-Anhalt: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Auch in diesem Jahr wird es wieder notwendig sein, den Eichenprozessionsspinner (EPS) in Sachsen-Anhalt zu bekämpfen. Für die Bekämpfung des EPS sind verschiedene Behörden insbesondere auf der Ebene der Landkreise zuständig. Die Landesregierung hat sich darauf verständigt die Aktivitäten aller beteiligten Behörden im Landeszentrum Wald (LZW) zu koordinieren.

Für diese „Bekämpfung aus einer Hand“ beteiligen sich folgende Ministerien finanziell mit jeweils 50.000 Euro:

  • Ministerium für Inneres und Sport,
  • Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration,
  • Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft.

Die jeweilige Ressortzuständigkeit bleibt dabei unberührt. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) ist für den Wald, sprich: den Landeswald und Privatwald, und die Wege im Wald zuständig. Für den Wald besteht durch den EPS bisher keine Gefahr. Es wird derzeit nicht von einer waldexistenziellen Bedrohung durch den Schädling ausgegangen.

Eichenprozessionsspinner: LZW koordiniert Bekämpfung

Entlang von Gefahrenschwerpunkten wird der EPS an den Waldrändern sowie an den im Wald liegenden überregionalen Radwegen bekämpft. Im MULE-Haushalt sind dafür in 2018 circa 180.000 Euro eingeplant.

Es werden Informationen darüber zusammengetragen, wo der EPS auftritt, um die Befallsflächen (Wald, freie Landschaft, urbane Bereich, Straßen, Radwege) abzugrenzen. Da das LZW über ein breites fachliches Wissen zu dem Schädling und den Bekämpfungsmöglichkeiten verfügt und für die unteren Behörden der erste Ansprechpartner ist, wurde es mit der Koordinierung der behördlichen Maßnahmen beauftragt. Das LZW erfasst anschließend die zu bekämpfenden Waldflächen digital, um die Gesamtbekämpfung zu organisieren. Die jeweiligen Betreuungsforstämter sind vor Ort die ersten Ansprechpartner, wenn es um konkrete örtliche Fragen geht.

Wenn zugelassene Biozidprodukte zur Verfügung stehen, wird es wie im vergangenen Jahr auch, wieder eine Bekämpfung aus der Luft geben. Der Antrag auf Zulassung durch den Hersteller ist im Moment allerdings noch nicht beschieden. Falls es keine Zulassung geben sollte, wird auf bodengebundene mechanische Maßnahmen zurückgegriffen, wie es auch innerhalb von Ortschaften gemacht wird.

Ziel der Landesregierung ist es, die touristisch viel genutzten Radwege der Klasse 1 (Europaradweg, Elberadweg) von der Gefährdung für die Gesundheit der Menschen durch den EPS freizuhalten. Insofern liegen die regionalen Schwerpunkte insbesondere in der westlichen und östlichen Altmark, im Jerichower Land, in Dessau und Wittenberg.

Hintergrund

Das Landeszentrum Wald (LZW) untersteht dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie. Die forstliche Nesterzählung für den Eichenprozessionsspinner (EPS) ergab in diesem Jahr an 120 Orten im Wald Warnschwellenüberschreitungen. Die Schwerpunkte liegen in (BfOA = Betreuungsforstamt):

  • BFoA Annaburg, Revier Wittenberg,
  • BFoA Elb Havel Winkel, Revier Havelberg,
  • BFoA Nordöstliche Altmark, Revier Stendal,
  • BFoA Westliche Altmark (u.a. Revier Kakerbeck),
  • Kulturstiftung Dessau Wörlitz.

Eine Bekämpfung des EPS kann erfolgen, sobald die Raupen geschlüpft sind. Das wird in diesem Jahr Ende April bzw. Anfang Mai erwartungsgemäß der Fall sein.

MULE

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