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Vor dem Verkauf an Forstbaumschulen werden die Eicheln in Säcke verpackt und verplombt.

Saatgut von Wald und Holz NRW litt unter Trockenheit

Bis Ende Oktober hat Wald und Holz NRW die Ernte in ausgewählten Saatgutbeständen durchgeführt. Das Ergebnis: Die Qualität der Samen in dieser Erntesaison ist schlechter als in den Jahren zuvor.

Das Jahr 2018 startete vielversprechend als Mastjahr. Eine zeitgleich so gute Blüte nahezu aller Baum- und Straucharten wie in diesem Jahr war bisher selten. Das passiere alle fünf bis zehn Jahre. Martin Rogge von der Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald äußerte sich zu den Auswirkungen des heißen und trockenen Sommers auf die Saatguternte: „Die schwierige Wetterlage hat in einigen Bereichen die reiche Ernte verhindert. Vor allem viele Eichen haben ihre Fruchtansätze frühzeitig abgeworfen, um bei der Dürre das wenige Wasser besser nutzen zu können. Deutlich kleiner waren zum Teil auch die Früchte der Wildkirschen.“

„Zugleich beobachten wir starke Unterschiede innerhalb und zwischen verschiedenen Beständen – je nach Wasserversorgung und individueller Beschaffenheit der Bäume“ beschrieb Rogge die unterschiedlichen Ernteergebnisse. Einzelne sehr gute Bestände könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen. Die Qualität der Samen ist laut Rogge in dieser Erntesaison schlechter als in den Jahren zuvor. „Die Früchte der Buchen sind teilweise früher als erwartet sehr weit ausgeprägt, andere haben gar keine Samen ausgebildet“, erklärte Martin Rogge. „Daher können wir nicht von einer zufriedenstellenden Ernte in diesem Jahr sprechen“, so der Saatgutexperte weiter.

Die Ernte

Bei der Ernte lesen Erntehelferinnen und -helfer die Eicheln mit der Hand vom Boden auf. Die herabfallenden Bucheckern sammeln die Helfer mithilfe engmaschiger Netze, die sie zuvor unter Buchen ausgelegt haben. Anschließend sieben und reinigen sie die Früchte und füllen sie anschließend in Säcke. Zur Qualitätssicherung wird die Ernte kontrolliert, das Saatgut vor dem Abtransport verplombt und mit Begleitpapieren versehen, auf denen das Herkunftsgebiet vermerkt ist. Vor allem Forstbaumschulen interessieren sich für dieFrüchte .

Doch nicht jeder Samen eignet sich für die Anzucht neuer Bäume. Ausschließlich qualitativ hochwertige Früchte aus zertifizierten Saatgutwäldern dürfen geerntet werden. Ihr genetisches Erbgut muss strenge Kriterien erfüllen, die hierzulande durch das Forstvermehrungsgutgesetz geregelt werden. Um zukünftige Wälder klimastabil umzubauen und ihre genetische Vielfalt zu verbessern, übernehmen Saatgutbeauftragte in den Forstämtern von Wald und Holz NRW die Kontrolle der Bestände und Früchte. „Sie geben die Waldgebiete für die Ernte frei, beurteilen die Qualität des Waldes und überwachen den gesamten Ablauf von der Ernte bis zum Transport zu den Forstbaumschulen“, so Rogge. Wald und Holz NRW stellt zudem spezialisierte Teams bereit, die den Waldbesitzern, Baumschulen und Behörden bezüglich Waldbau und Saatguternte beratend zur Seite stehen.

Wald und Holz NRW
Die Qualität der Samen ist in dieser Erntesaison wegen der Dürre schlechter als in den Jahren zuvor.

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