Forstbetrieb

Saarland: Waldbericht 2015-2020 veröffentlicht

Bearbeitet von Jörg Fischer

Das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat am 28. Juni 2021 den „Bericht über den Zustand des Staatswaldes im Saarland 2015-2020“ veröffentlicht. Die 5. Auflage des Waldberichts informiert über den ökologischen Zustand des Staatswaldes und über die vom SaarForst-Landesbetrieb seit über 30 Jahren praktizierte und weiterentwickelte naturnahe Waldwirtschaft.

Im Erhebungszeitraum von Oktober 2015 bis September 2020 erfolgten einige tiefgreifende Veränderungen im Staatswald und im Landesbetrieb SaarForst. Zwischen 2015 und 2017 wurde für SaarForst ein neues Betriebsziel entwickelt. Ein wesentlicher Bestandteil war die „Sustainability Balanced-Score-Card (SBSC)“, die in Tabellenform die Betriebsziele bis 2020 definierte. Der Landesbetrieb wurde für den genannten Zeitraum von weiteren Personaleinsparungen ausgenommen und konnte so die Zahl der Beschäftigten nahezu konstant halten. Außerdem fand innerhalb des Betriebs eine deutliche Verjüngung statt.

2018 feierte das Saarland 30 Jahre naturnahe Waldwirtschaft im Staatswald. Aus diesem Anlass wurden verschiedene Veranstaltungen angeboten, um die bisherige Entwicklung zu zeigen und die gemachten Erfahrungen zu diskutieren.

Trocken-heiße Sommer bringen auch im Saarland einen deutlichen Einschnitt

Im selben Jahr zeigten sich dann auch die ersten deutlich wahrnehmbaren klimatischen Veränderungen mit unmittelbaren Folgen für den Wald. In den Jahren 2018 bis 2020 setzten trocken-heiße Sommer dem Wald auch im Saarland massiv zu und verursachten große Schäden. 2018 war dabei auch das Jahr mit den höchsten Durchschnittstemperaturen im Saarland seit 1881. Die Folge der großen Schadholzmengen waren fallende Holzpreise und rückläufige Einnahmen. Wurde 2017 noch ein positives Betriebsergebnis erreicht, änderte sich dies ab 2018, sodass 2020 nur noch 63 % der Erlöse verglichen mit 2015 erzielt werden konnten.

Der „Masterplan für den Saarländischen Wald“

Die Landesregierung des Saarlands hat als Reaktion auf den Klimawandel den „Masterplan für den Saarländischen Wald“ erarbeitet. Die Grundbotschaft des Masterplans: Fortführung der naturnahen Waldbewirtschaftung im saarländischen Staatswald und Entwicklung klimaresistenter Wälder. Dabei sollen die Anpassungen möglichst behutsam und planmäßig erfolgen. Biologische Mechanismen sind möglichst auszunutzen (z. B. Naturverjüngung). Auf chemische Mittel soll im Wald ganz verzichtet werden. Die Waldkalkungen zur Verbesserung der Waldböden werden fortgesetzt.

Es werden außerdem zehn Ziele definiert, die landesweit umgesetzt werden sollen:

  1. Das „Eine Million Bäume-Programm“ als Strategie zur Wiederbewaldung von größeren Kahlflächen
  2. die Erhöhung des Holzvorrats von 350 auf 400 m³/ha
  3. ein reduzierter Hiebsatz auf 5,2 m³/ha/Jahr
  4. fachliche und fachwissenschaftliche Untersuchungen zur Entwicklung neuer fachwissenschaftlicher Grundlagen
  5. keine Kompensationseinschläge in Wertholzbeständen (alte Buchen), um die Einnahmeverluste und erhöhten Aufwendungen im Staatswald auszugleichen
  6. eine Offensive zur Steigerung des Einsatzes von Holz in langlebigen Produkten und im Bausektor
  7. die verstärkte Betreuung und Beratung im Kommunal- und Privatwald
  8. ein erhöhtes und angepasstes Förderpaket für den Kommunal- und Privatwald
  9. die Forderung an den Bund: Mögliche Erlöse aus dem CO2-Zertifikathandel für zusätzliche CO2-Senkenleistungen im Wald sollen den Waldeigentümerinnen und -eigentümern als Kompensation ihrer Mehraufwendungen und Mindererlöse in der Zeit der Umstellung zur Verfügung gestellt werden
  10. die Entwicklung von Strategien zur Minderung der Wald-Wild-Problematik

Den vollständigen Waldbericht können Sie hier herunterladen.

Red./Quelle: Saarländisches Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz