ABO

SaarForst jagt bleifrei

Vor einigen Jahren ist der Einsatz bleihaltiger Jagdmunition in die Schlagzeilen geraten, da beobachtet wurde, dass in größerem Umfang  Greifvögel, die den Aufbruch erlegten Wildes zu sich genommen hatten, verendet sind. Untersuchungen haben zweifelsfrei Bleikontaminationen als Todesursache bestätigt. Darüber hinaus haben radiologische Untersuchungen an erlegtem Schalenwild gezeigt, dass durch den Einsatz bleihaltiger Munition und je nach Geschossart, Teile des Wildkörpers nicht nur mit größeren Bleifragmenten, sondern auch mit dem sogenannten Bleinebel belastet werden können.
Die Verwendung bleifreier Jagdmunition kann diesem Umstand Rechnung tragen, einige Nordeuropäische Länder haben deshalb schon vor längerer Zeit auf bleifreie Jagdmunition umgestellt. Der Einsatz in Deutschland scheiterte bisher jedoch daran, dass man befürchtete, mit den Geschossen sei ein erhöhtes Sicherheitsrisiko verbunden. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte deshalb die Deutsche Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e.V. (DEVA) mit dem Forschungsvorhaben „Abprallverhalten von Jagdmunition“ beauftragt. In dieser Studie wurde das Abprallverhalten bleifreier und bleihaltiger Jagdmunition untersucht. Der Projektrat dem ein Vertreter des Bundesinstitutes für Risikobewertung, der Zentrale Bundesforst, der Physikalisch Technischen Bundesanstalt und des Beobachters der Umweltministerkonferenz angehört, stellte am 30.03.2011 folgendes fest: „Auf Grundlage der Ergebnisse, den Ausführungen des Gutachters und der anschließenden Diskussion weicht das Abprallverhalten bleifreier gegenüber bleihaltiger Geschosse nicht signifikant voneinander ab“.
 
Ein Praxistest in der Regiejagd des Saarlandes im Jagdjahr 2010/2011 erbrachte auch hinsichtlich der Geschosswirkung in der überwiegenden Zahl ein gutes bis sehr gutes Ergebnis. Auf  Grund der Untersuchungen der DEVA und des SaarForst Praxistests wurde der SaarForst Landesbetrieb, der die Regiejagdfläche des Landes auch jagdlich betreut beauftragt ab 01.10.2011 ausschließlich bleifreie Jagdmunition für Wild, welches in Verkehr gebracht wird, zu verwenden.
 
„Der Grundsatz „Bleifrei erlegtes Wild aus naturnahen Wäldern“ steht  sowohl für eine verbraucherschutzorientierte Jagd, als auch für einen intakten Wildtier-Lebensbaum, der durch die naturnahe Waldwirtschaft die SaarForst praktiziert, geschaffen und erhalten wird“, so Umweltstaatssekretär Klaus Borger.
MU

Auch interessant

von