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Der Leiter des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Torsten Roch (M.), übernimmt die Auszeichnung von der Heinz-Sielmann-Stifung und EUROPARC Deutschland.

Das Naturwunder 2017 ist sächsisch

Eine einzigartige Gladiolenwiese im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist der Gewinner der Naturwunderwahl 2017

Michael Beier, Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, und Guido Puhlmann, Vorstandsvorsitzender von EUROPARC Deutschland e.V., kürten am 14. November den Gewinner der Naturwunderwahl 2017. Die Auszeichnung für „Deutschlands schönste Wiese“ ging in diesem Jahr an das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft für ihre Gladiolenwiese im Daubaner Wald. Die zwischen Bautzen und Niesky befindliche Landschaft hat echten Seltenheitswert: Das reiche Vorkommen an Wiesen-Gladiolen ist hier deutschlandweit einzigartig.

Torsten Roch, Leiter des Biosphärenreservates von Sachsenforst, freut sich über die Wahl des Publikums: „Die Gladiolenwiese ist ein Schatz der Oberlausitz. Die Auszeichnung rückt die mühevolle Pflege von Orchideen- und Gladiolenwiesen in den Fokus.“ Heute gibt es in der Oberlausitz wieder 18 bekannte Vorkommen der Wiesen-Gladiole, die unter Botanikern eigentlich als Dachziegelige Siegwurz bekannt ist. Torsten Roch betont, der Naturschutzerfolg sei vielen verschiedenen Akteuren zu verdanken, die sich wie Sachsenforst für die Oberlausitz engagieren.

Blick auf die ausgezeichnete Gladiolen-Wiese in der Blütezeit.
Blick auf die ausgezeichnete Gladiolen-Wiese in der Blütezeit. Foto: Dirk Weis, Sachsenforst

„Wir zeichnen mit dem Naturwundertitel ausgewählte Gebiete von herausragender Bedeutung für die Artenvielfalt in den Nationalen Naturlandschaften aus“, erläuterte Stiftungsvorstand Michael Beier die Auszeichnung. In diesem Jahr lag der Fokus auf Wiesen und Weiden.

Auszeichnung würdigt Engagement

„Wiesen sind wertvolle Kulturbiotope, welche zahlreichen seltenen Arten einen Lebensraum bieten. Und sie müssen regelmäßig gepflegt werden und brauchen daher unsere besondere Aufmerksamkeit“, so Guido Puhlmann. Mit der Auszeichnung der Gladiolenwiese wird stellvertretend das große Engagement von haupt- und ehrenamtlichen Naturschützern gewürdigt, welche diese Kleinode der Kulturlandschaft durch ihren Einsatz erhalten. Auch jetzt ist die Wiese im Daubaner Wald wieder fachgerecht gemäht, die Gladiolenzwiebeln ruhen im Boden und warten auf den nächsten Sommer, um in voller Pracht zu erblühen.

Jahrelange Pflege durch die Naturschutzstation Östliche Oberlausitz war die Voraussetzung für die jährliche Blütenpracht. Als Flächeneigentümerin hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Naturerbe GmbH mit dem Bundesforst vor Ort die Verantwortung für den Naturschatz übernommen. Die Verwaltung des Biosphärenreservats führt ein intensives Monitoring durch und unterstützt neue Wiederansiedlungsprojekte für die Gladiolen.

Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (BROHT) ist eines der drei Großschutzgebiete in Sachsen, welche durch Sachsenforst als Amt für Großschutzgebiete bewirtschaftet, bewahrt und gestaltet werden. Auf den 30.000 Hektar aus Teichlandschaften, Heiden und Wald bietet das BROHT über 5.000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, darunter auch so seltenen Arten wie Seeadler, Kranich, Flussseeschwalbe und Fischotter. In enger Partnerschaft mit den Bewirtschaftern werden nachhaltige Wirtschaftsweisen wie der Anbau alter regionaler Getreidesorten und deren schonende Verarbeitung oder die naturnahe Teichwirtschaft mit Biokarpfen entwickelt. Das BROHT ist Mitglied im EUROPARC Deutschland e.V.

Heinz Sielmann Stiftung

Die Heinz Sielmann Stiftung widmet sich seit mehr als 20 Jahren der Förderung des Naturschutzes, des Naturerlebens und der Bewahrung der Artenvielfalt. Mit dem Kauf großer unzerschnittener Landschaften in Brandenburg erhält und schafft sie Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Auch fördert die Stiftung des berühmten Tierfilmers Biotopverbünde, zum Beispiel am Bodensee und entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. So können auf diesen Flächen Tier- und Pflanzenbestände sich frei vom wirtschaftlichen Nutzungsdruck erholen und verschwundene Arten zurückkehren. Darüber hinaus ermöglicht die Stiftung Menschen das persönliche Erleben in der Natur, und sie bewahrt das filmische Erbe des bekannten Naturfilmpioniers Heinz Sielmann.

EUROPARC Deutschland

EUROPARC Deutschland e. V. ist der gemeinnützige Dachverband der deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturparks und Wildnisgebiete, die unter der Marke „Nationale Naturlandschaften“ vereint sind. Sie sind die wertvollsten Landschaften Deutschlands und Hotspots der biologischen Vielfalt. Nicht einzelne Arten stehen im Fokus, sondern die Vielfalt ganzer Ökosysteme inklusive der Menschen, die in ihnen leben, arbeiten und die Natur genießen. Die Nationalen Naturlandschaften sorgen für das Wohlbefinden, die Erholung und die Lebensqualität für den Menschen und sichern gleichzeitig unverzichtbare, natürliche Ressourcen. Sie bieten Zivilgesellschaft und Unternehmen vielfältige Möglichkeiten zum Engagement für die Natur in Deutschland.

Weitere Informationen im Internet:

Staatsbetrieb Sachsenforst

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