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Sachsenforst zu Gast bei Nachbarn

Am 22.9.2017 trafen sich die Geschäftsführung sowie Leiter der Forstbezirke und Großschutzgebiete von Sachsenforst und Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft mit den Mitarbeitern der benachbarten Forstverwaltung Rumburk in der Tschechischen Republik.

Die Arbeitstreffen mit den tschechischen Kollegen finden jährlich abwechselnd auf sächsischer und tschechischer Seite statt. Die Nachbarschaftsbeziehungen sind wichtig. Viele Probleme bei der Waldbewirtschaftung insbesondere in den Grenzregionen können nur gemeinsam gelöst werden.

Die Forstverwaltung von Rumburk liegt im nördlichen Zipfel der Tschechischen Republik im Verzahnungsbereich des Erz- und Lausitzer Gebirges sowie des Böhmischen Tafellandes mit einer entsprechend vielfältigen standörtlichen Ausstattung. Mit fast 18.000 ha und zehn Staatswaldrevieren entspricht die fichtendominierte Bezirksdirektion in etwa der Größe eines Forstbezirkes in Sachsen. Das Aufgabenspektrum sowie die konkrete Bewirtschaftung der Flächen unterscheiden sich hingegen teilweise deutlich.

Das Arbeitstreffen führte zunächst auf den Tannenberg, auf welchem neben waldpädagogischen Angeboten auch Kulturdenkmale durch die Forstverwaltung erhalten werden. 2010 wurde die Region von heftigen Stürmen heimgesucht, welche ausgedehnten Freiflächen hinterließen. Die Wiederbewaldung der Flächen mit standortsgerechten Mischwäldern stellt eine große Herausforderung dar, da sich insbesondere die Rotwildbestände noch immer auf einem hohen Niveau befinden. Gerade das Thema Jagd zeigt die Notwendigkeit zur Abstimmung zwischen den Nachbarländern: Denn Rotwild hält sich nicht an Ländergrenzen.

Am Nachmittag wurde die zweithäufigste und zukünftig in der Region stärker vertretene Baumart begutachtet. Die Rotbuchen auf dem Buchfinkenberg sind standörtlich an das Regionalklima angepasst und weisen gute genetische Voraussetzungen für die Holzproduktion auf. Hier betreibt die Forstverwaltung regelmäßige Saatguternten, um die Verbreitung der Rotbuche langfristig wieder zu erhöhen. Daneben werden auch Weißtannen und Douglasien vermehrt mit eingebracht. Zum Abschluss der Exkursion ging es gemeinsam unter den Berg. In einem Bergwerk konnten die Forstleute ein Bild von der Vielfältigkeit der Lausitzer Verwerfung bekommen, welche das Standortmosaik der Region prägt.

2018 werden sich bei Seiten wieder treffen. Dann laden die Sachsen zum nächsten gemeinsamen Arbeitstreffen ein. Auf gute Zusammenarbeit!

Staatsbetrieb Sachsenforst

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