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Analyse der Auswirkungen von Rücke- und Fällschäden bei Rotbuche (Fagus sylvatica L.) auf Basis computertomografischer Bilder

Quelle: Forstarchiv 87; 2, 43-53 (2016)
Autor(en): SCHMID A, BRÜCHERT F, KOHNLE U

Kurzfassung: In einem Experiment wurden in einem Buchenbestand (Fagus sylvatica L.) im Jahr 2006 durch künstlich angelegte Rindenverletzungen am selben Stamm „Rückeschäden” am Stammfuss (Fläche 442 cm²; 34 cm hoch, 13 cm breit) und „Fällschäden“ in fünf Metern Höhe (Fläche 442 cm²; 68 cm hoch, 6,5 cm breit) simuliert. 2009 wurden die Bäume eingeschlagen und die Stammabschnitte mit den Rindenverletzungen mittels Computertomographie (CT) untersucht. In den CT-Aufnahmen zeigten sich deutliche Störzonen mit veränderten Durchstrahlungseigenschaften im wundnahen Gewebe. In der überwiegenden Zahl der Fälle fanden sich Störzonen mit erhöhter Strahlungstransmission (Typ 1), welche höchstwahrscheinlich auf reduzierte Feuchtegehalte im Zusammenhang mit verletzungsinduzierten Austrocknungsvorgängen zurückzuführen sind. Häufig waren aber auch wundparallel ausgerichtete, linienförmige Störzonen mit verringerter Durchstrahlung (Typ 2) zu beobachten. Es erscheint denkbar, dass es sich hierbei um eine verstärkte Wassereinlagerung im Zuge von Abschottungsprozessen handeln könnte. Aus dem Vergleich zwischen den beiden nachgeahmten Verletzungstypen ergaben sich klare Hinweise darauf, dass die Störzonen mit erhöhter Transmission (Typ 1) bei den höher am Stamm angelegten, länglich-schmalen Fällschäden deutlich stärker ausgeprägt waren als bei den am Stammfuß simulierten, plätzeweisen Rückeschäden. Dies betraf sowohl die radiale Ausdehnung der Störzonen mit erhöhter Transmission im Bereich der jeweiligen Verletzung als auch deren axiale Ausdehnung über den Bereich der Rindenverletzung hinaus. Bedingt durch das Versuchsdesign, ließ sich jedoch leider nicht abschließend klären, ob dieser Unterschied im Wesentlichen durch die höhere Lage der Fällschäden am Stamm und/oder durch ihre länglich- schmale Ausformung bedingt war. Für die Störzonen mit reduzierter Transmission (Typ 2) konnte für beide Verletzungstypen eine vergleichbare Ausprägung festgestellt werden.


Impact of extraction and felling wounds on European beech (Fagus sylvatica L.) analyzed in computertomographically generated imagery

Abstract: In an experiment with beech (Fagus sylvatica L.), two types of bark lesions were created artificially in 2006 at the same time on each tree to simulate an “extraction wound” (surface area 442 cm²; 34 cm in height, 13 cm in width) at the stem base, and a “felling wound” (442 cm²; 68 cm in height, 6,5 cm in width) at five meters height. In 2009, the trees were felled and the stem sections including the respective bark wounds were subjected to compute tomographic analysis (CT). The CT-generated imagery revealed distinct disturbance zones with diverse X-ray-transmission in the tissue adjacent to the wound surface. The majority of the disturbance zones were caused by increased X-ray transmission (type 1). Most probably, formation of this type of disturbance zone was with reduced moisture content in the wood as a consequence of wound induced dehydration and tylosis close to the wound surface. Furthermore, a large number of CT-images also showed disturbance zones with reduced X-ray transmission (type 2) parallel to the wound surface and linearly oriented aligned with the type 1 disturbance zones. Obviously, these type 2 disturbance zones were associated with increased water content in the course of the compartmentalization process. In comparison, the two types of bark wounds showed significant differences with respect to the frequency and the extent of the developed disturbance zones. Our results indicate, that disturbance zones adjacent to the felling wounds involved a more intense impact compared to the extraction wounds. This affected both the radial expansion of the disturbance zones into the stem tissue adjacent to the respective bark wound as well as the extension along the stem axis beyond the upper and lower margins of the wounds’ surface. However, due to the experimental design we were not able to determine conclusively whether this difference between the two wound types is based on either the wounds’ position along the stem and/or the shape of the respective wound type.

© DLV München

 

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