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Anwendungsperspektiven für Waldartenlisten der Gefäßpflanzen, Moose und Flechten Deutschlands [Kurzbeitrag]

Quelle: Forstarchiv 83; 4, 155-159 (2012)
Autor(en): SCHMIDT M, KRIEBITZSCH W-U, EWALD J

Kurzfassung: Die Bewertung der Biodiversität von Wäldern ist untrennbar verbunden mit der Frage nach der Waldbindung der vorkommenden Arten. Waldnaturschutz zielt nicht auf eine Maximierung von Artenzahlen per se, sondern auf die Erhaltung und Förderung von typischen Waldbewohnern. Die Frage, welche Arten für den Wald typisch sind, muss bis auf Weiteres im Rahmen eines Expertenkonsenses beantwortet werden. Für die Farn- und Blütenpflanzen (Phanerogamen) konnte nach breit angelegter Datenauswertung und Expertendiskussion erstmals 2003 eine bundesweit gültige Waldartenliste (Schmidt et al. 2003) veröffentlicht werden, die sich inzwischen breiter Anwendung erfreut (Kriebitzsch et al. 2011). Bei der Analyse von vegetationskundlichen oder floristischen Daten mithilfe der Waldgefäßpflanzenliste von Schmidt et al. (2003) konnte bisher die Waldbindung von Moosen und Flechten aufgrund des Fehlens von für diese Gruppen vergleichbaren bundesweiten Listen nicht einbezogen werden. Für die in Deutschland vorkommenden Kryptogamen existierten bis vor Kurzem nur wenige, auf bestimmte Artengruppen beschränkte Angaben zur Waldbindung (Denner 2007, Ernst und Hanstein 2001). Daher wurde 2008 mit der Erarbeitung einer nach einheitlichen Methoden erstellten Waldartenliste der Moose und Flechten Deutschlands begonnen und diese gemeinsam mit einer aktualisierten Waldgefäßpflanzenliste im Jahr 2011 veröffentlicht (Schmidt et al. 2011). Diese Listen und insbesondere ihre Anwendungsperspektiven werden hier vorgestellt.


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