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Gefährdung von Wildapfelsamenplantagen durch Genfluss

Quelle: Forstarchiv 83; 1, 19-25 (2012)
Autor(en): KLEINSCHMIT J R G, HOSIUS B, LEINEMAN L

Kurzfassung: Malus sylvestris ist eine gefährdete Art, für die Erhaltungsmaßnahmen notwendig sind. Die wichtigste Voraussetzung, um Maßnahmen zur Erhaltung des genetischen Potenzials zu ermöglichen, ist die Unterscheidung von M. sylvestris und den zahlreichen Kulturformen von M. domestica. Dieses Problem ist von besonderer Relevanz bei der Anlage von Erhaltungs- Samenplantagen. Da morphologische Merkmale aufgrund ihrer Genotyp-Umwelt-Interaktion oft unsicher sind, wurde ein Satz von sechs kernkodierten SSR-Genmarkern verwendet, um die Auflösung zwischen M. sylvestris und verschiedenen Kulturformen (M. domestica) zu analysieren. Die Ergebnisse belegen eine hohe genetische Differenzierung zwischen den beiden Gruppen mit einem genetischen Abstand nach Nei (1972) von 83,5 %. Die Zuordnung einzelner Individuen mit der Software Structure 2.2 resultiert in hohen „Zugehörigkeits-Koeffizienten“. Die Reihenuntersuchungen mithilfe dieser Marker an 963 Genotypen deuten darauf hin, dass 15 % der Gentoypen auf Wildapfelsamenplantagen als kulturnah einzustufen sind und damit eine unerwünschte Pollenquelle darstellen. Die Schätzung des Genflusses in eine Wildapfelsamenplantage zeigt einen Mindest-Polleneintrag von 56 %. Daher wird die Plantage in Zukunft während der Blüte isoliert werden.


Risk of gene flow in wild apple seed orchards

Abstract: Malus sylvestris is an endangered species and conservation measures are necessary. The main precondition to make conservation of M. sylvestris feasible is the differentiation between the wild types of M. sylvestris and the numerous cultivated forms of M. domestica. This problem is of particular relevance for the establishment of conservation seed orchards. Since morphological traits are often unsecure, due to genotype environment interaction, a set of six nuclear SSR-markers was applied to analyse the resolution between M. sylvestris and different cultivated apple trees. The results support a strong genetic differentiation between the two groups with a genetic distance of 83.5%. The assignment of single individuals with the software Structure resulted in high “membership coefficients”. Genotyping 963 in situ selected putative M. sylvestris resulted in an estimate of 15% misclassificated genotypes, which represent an undesirable pollen source. The gene flow estimates into a seed orchard give values of 56% minimum of pollen contamination. Thus future seed production will be done in a seed orchard where flowering takes place under containment.

© DLV München

 

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