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Finanziell vorteilhafte Douglasienanteile im Baumartenportfolio

Quelle: Forstarchiv 81: 6, 255-265 (2010)
Autor(en): Beinhofer B, Knoke T

Kurzfassung: In der momentan intensiv geführten Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels auf die deutsche Forstwirtschaft wird die Douglasie oftmals als ertragreiche Zukunftsoption gesehen. Aber welcher Douglasienanteil ist in deutschen Forstbetrieben unter finanziellen Gesichtspunkten anzustreben? Dieser Frage soll im Folgenden auf Betriebsebene mithilfe des von Markowitz (1952) entwickelten Portfolioansatzes nachgegangen werden. Die Datengrundlage für diese Portfolioanalyse lieferte eine Monte-Carlo-Simulation mit 5.000 Wiederholungen in der Douglasien-, Fichten-, Kiefern-, Buchen- und Eichenbestände finanziell bewertet wurden. mit Ausnahme der Buche wurde hierbei zwischen Beständen mit und ohne Wertholzproduktion differenziert, sodass auch die Effekte der Sortimentsdiversifikation Eingang finden. Die Gefahr von Kalamitäten und Holzpreisschwankungen flossen in die Bewertung ein. in der Portfoliooptimierung wurden die nach der Downside-Varianz für verschiedene Verzinsungsforderungen vorteilhaften Mischungen und damit die vorteilhaften Anteile der einzelnen Bestände bestimmt. Die Einflüsse von Naturverjüngungsmöglichkeiten und eines zukünftig erhöhten Kalamitätsrisikos der Fichte sowie die Auswirkungen unterschiedlich hoher Kulturkosten und verschiedener Kalamitätsanfälligkeit der Douglasie auf die vorteilhaften Portfolios wurden ebenso untersucht. Die Portfolioanalyse zeigte deutlich, dass trotz der hohen zu erwartenden Erträge nicht nur auf Douglasie gesetzt werden sollte. entsprechend stellten sich Mischungen aus unterschiedlichen Beständen als finanziell vorteilhaft dar, an denen die Douglasie mit maximal 46 % beteiligt war. verjüngen sich die bisherigen Hauptbaumarten natürlich, liegen die vorteilhaften Douglasienanteile häufig im Bereich von etwa 10 %, während ihr Anteil oftmals über 20 % liegt, wenn alle Baumarten künstlich verjüngt werden müssen.


Financially advantageous proportion of Douglas fir in a tree species portfolio

Abstract: In the current discussion about the impact of climate change on German forestry, Douglas fir is often seen as a profitable option for the future. But which proportion of Douglas fir should be aspired in German forest enterprises from the financial point of view? in the following article this question is analysed on the enterprise level with the help of the portfolio theory developed by Harry Markowitz (1952). The data for this portfolio analysis were generated by a Monte-Carlo-simulation with 5,000 repetitions. Within this simulation pure stands of Douglas fir, spruce, pine, beech and oak were valued. Eexcept for beech, it was distinguished between stands with and without production of high value assortments. Therewith the effects of a diversification of timber products were included. The appraisal included the risk of natural hazards and of timber price fluctuations. For different rates of return the optimal portfolios were derived by minimising the downside-variance. The results of this optimisation were advantageous shares of the different stands. The effects of natural regeneration, of an increased risk of natural hazards for spruce in the future and of different regeneration costs and hazard risks for Douglas fir on the advantageous portfolios were also tested. This investigation showed that – despite of the high expected returns – Douglas fir alone is not the best for a forest enterprise. Rather mixtures of the different stands were financially advantageous, with fractions of Douglas fir up to 46%. Is natural regeneration of the other tree species possible the advantageous proportion of Douglas fir are often around 10%, while they are often higher than 20% when artificial regeneration is necessary for all stands.

© DLV München

 

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