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Klonale Reproduktion in naturnahen Vorkommen der Schlehe (Prunus spinosa L.)

Quelle: Forstarchiv 81: 4, 165-169 (2010)
Autor(en): LEINEMANN L, STEINER W, HOSIUS B, KLEINSCHMIT J

Kurzfassung: Untersuchungen auf der Basis von Isoenzym- und SSR-Genmarkern deuten auf einen erheblichen Anteil vegetativer Vermehrung in naturnahen Vorkommen der Schlehe. In drei näher untersuchten Vorkommen konnte gezeigt werden, dass Sträucher mit identischem Genotyp überwiegend in direkter Nachbarschaft auftreten. Die Werte für den Parameter MGN≥2, definiert als der Anteil von Sträuchern mit identischem Multilocus-Genotyp innerhalb eines Vorkommens, die direkt benachbart auftreten, lagen zwischen 69 % und 94 %. Schätzungen der durchschnittlichen Ausbreitungslänge klonaler Strukturen entlang von Schlehenvorkommen liegen zwischen 12 m und 30 m. Der Vergleich der Analysemethoden hinsichtlich der Auflösung räumlich genetischer (klonaler) Strukturen von Sträuchern aus vegetativer Reproduktion zeigt, dass durch die Kombination von Isoenzymen und Mikrosatelliten ein erheblicher Informationsgewinn erfolgt. So steigt der Anteil von Sträuchern mit „einmaligem“ Genotyp in einem Vorkommen von 10 % auf 29 %. Ausgedehntere räumliche genetische Strukturen vegetativen Ursprungs erwiesen sich hinsichtlich der Verwendung hochvariabler DNA-Marker als stabil. Der Parameter R, definiert als „Genotypic Richness“ eines Vorkommens, zeigt ausgeprägte Unterschiede zwischen den Stichproben aus naturnahen Schlehenvorkommen und dem vollständig generativ reproduziertem Material zweier Saatgutpartien und einer Samenplantagen- Nachkommenschaft. Möglicherweise kann der R-Wert als Indiz für die Naturnähe von Vorkommen genutzt werden.


Clonal reproduction in near nature populations of black thorn (Prunus spinosa L.)

Abstract: Investigations by means of isozyme- and SSR-gene-markers indicate considerable amounts of vegetative propagation in near nature populations of black thorn. Results of three populations analyzed in more detail showed that identical genotypes predominantely occur in adjacent plants. Values of the parameter MGN≥2 defined as the amount of adjacent shrubs of identical multi-locus-genotypes in a population vary between 69% and 94%. Estimates of the average length of clonal structures along natural populations vary between 12 m and 30 m. Comparing the lab methods with respect to the resolution of spatial genetic (clonal) structures it was shown that the combination of isozymes with highly variable microsatellite markers lead to a considerable gain of information in that the amount of individuals with unique genotypes within a population increases from 10% to 29%. But larger spatial genetic structures (SGS) of vegetative propagation show less or no influence. The parameter R defined as “genotypic richness” of a single population shows pronounced differences between 13 samples of near nature populations and entirely sexual propagated material from two seed lots and plant material from a seedling seed orchard. Potentially the parameter R can be used as indicator for the identification of near nature populations of black thorn.

© DLV München

 

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