Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

In welcher Beziehung stehen geschätzter Blattverlust und tatsächliche Blattflächenreduktion bei der Buche?

Quelle: Forstarchiv 80: 5, 229-235 (2009)
Autor(en): LEUSCHNER C, VOSS S, FOETZKI A, MEIER IC

Kurzfassung: Die Schätzung von Blattverlusten ist ein wesentliches Element der Waldzustandserhebung in europäischen Wäldern und dient dem Ziel Vitalitätsveränderungen im Baumbestand zu erkennen. An einem Datensatz von insgesamt 70 Buchenbeständen aus dem mitteldeutschen Mittelgebirgsraum wurde mittels Streufallmessung die Variabilität des Bestandes-Blattflächenindex (LAI) in Abhängigkeit von bodenchemischen Eigenschaften, dem Jahresniederschlag und der Bestandesstruktur untersucht und der gemessene LAI in Beziehung zur visuellen Blattverlust-Schätzung nach dem Schlüssel der Waldschadenserhebung (WSE) gesetzt. Der LAI zeigte eine nur relativ geringe Variabilität in Abhängigkeit vom Bodenchemismus (pH-Wert, Basensättigung) Eine Blattflächenreduktion infolge Schädigung durch hohe Aluminiumkonzentrationen im Boden lässt sich bei der Buche wahrscheinlich ausschließen. In Regionen mit geringen Sommerniederschlägen wiesen die Buchenbestände entgegen der Erwartung nicht geringere, sondern höhere LAI-Werte auf. Der Blattflächenindex zeigte ab einem Bestandesalter von etwa 100 Jahren eine signifikante Reduktion, die mit einer Verkleinerung der mittleren Blattgröße verbunden war. In einer Probe von 20 Buchenbeständen korrelierte der geschätzte Blattverlust eng mit den Typen der Verzweigungsstruktur in der Sonnenkrone nach Roloff (1988), nicht jedoch mit dem LAI, wie er aus der Streumasse ermittelt wurde. Wir vermuten, dass im Rahmen der Waldzustandserhebung bei der Buche in vielen Fällen keine tatsächlichen Blattverluste der Gesamtkrone geschätzt werden, sondern lediglich Veränderungen im Verhältnis von Blattknospenbildung zu Trieblängenwachstum, woraus veränderte Blattflächendichten in der oberen Krone resultieren. Derartige Veränderungen dürften wahrscheinlich Ausdruck vor allem einer veränderlichen Umwelt, wie z. B. interannuellen Witterungsschwankungen oder veränderter Wasserverfügbarkeit, sein


On the relationship between visually estimated canopy defoliation and measured leaf area index in beech [Fagus sylvatica)

Abstract: The estimation of canopy defoliation is a key element of monitoring programs to assess forest condition in European forests Based on a data set consisting of litter fall measurements in 70 beech stands in the mountainous region of Central Germany, the variability of leaf area index (LAI) in its dependence on soil chemistry, annual precipitation and stand structure was investigated. In addition, measured LAI was related to the degree of visually estimated canopy defoliation in the same stands LAI varied only slightly with soil pH or base saturation of the topsoil. A reduction of canopy leaf area due to high aluminium concentrations in the soil possibly reducing beech vitality is unlikely to occur in these stands. Contrary to expectation, beech stands in regions with lower rainfall had not smaller, but larger leaf area indices than stands with higher rainfall. LAI decreased significantly when stand age was higher than 100 years; this LAI reduction coincided with a reduction in mean leaf size. In a sample of 20 beech stands, estimated defoliation correlated closely with the types of sun canopy branching patterns as defined by Roloff (1988); however, measured LAI was not significantly related to the estimated degree of defoliation in the same stands. We assume that defoliation estimates as they are conducted in the context of forest monitoring programs will in many cases not give information on assumed leaf area reductions in the canopy, but rather may reflect alterations in the ratio of leaf bud production to twig length growth in the upper canopy, which should alter leaf area density in the canopy. Changes in the leaf area/twig growth ratio are thought to result mainly from environmental variation over time, such as interannua changes in weather conditions or alterations in soil moisture availability

© DLV München

 

Auch interessant

von