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Anwendung der Portfoliotheorie in der Forstwissenschaft

Quelle: Forstarchiv 80: 4, 99-108 (2009)
Autor(en): Beinhofer B, Haase S, Knoke T

Kurzfassung: Der in Mitteleuropa angestrebte Waldumbau wurde bisher hauptsächlich mit ökologischen Vorteilen begründet, finanzielle Auswirkungen von Baumartenmischungen wurden kaum betrachtet. eine Möglichkeit zur Analyse finanzieller Konsequenzen von Baumartenmischungen bietet die Anfang der 1950er Jahre von Harry Markowitz veröffentlichte Portfoliotheorie, mit der finanzielle Vorteile einer Investition in eine Mischung aus Vermögensgegenständen quantifiziert werden können. Folgender Artikel soll einen Überblick über die bisherige Anwendung dieser Theorie in der Forstwissenschaft geben. Der größte Teil der bisherigen Studien befasst sich mit Wald als Bestandteil eines größeren Portfolios. Die zumeist aus den USA und Skandinavien stammenden Studien zeigten, dass die Erträge aus Wäldern nicht synchron mit den Erträgen aus anderen Geldanlagen schwanken und somit neben Finanzanlagen und Realinvestitionen einen wünschenswerten Bestandteil von Portfolios darstellen. Die Bewertung von Baumarten- und Sortimentsdiversifikation wurde vor allem im europäischen Raum durchgeführt. Die Mischung von Baumarten zeigt demnach deutliche Diversifikationseffekte, während die wenigen Studien zur Diversifikation auf Sortimentsebene zu konträren Ergebnissen kommen. Gerade für die oftmals diskutierte Mischwaldfrage stellt die Portfoliotheorie eine Möglichkeit der quantitativen, finanziellen Analyse dar. Daneben kann die Anwendung des Portfoliogedankens dazu beitragen, die starken Einnahmeschwankungen aus der Holzproduktion zukünftig zu verringern. So sollten in Zukunft die Ansätze der Portfoliotheorie verstärkt Anwendung in der Forstwissenschaft finden.


Applying the Portfolio Theory in forest science

Abstract: The transformation of forests in central europe from monocultures to mixed forests was until recently mostly justified with ecological benefits, while financial advantages were left largely ignored. One possibility to assess the financial benefits of mixed forests is the portfolio theory by harry Markowitz, which allows for the quantitative assessment of financial advantages through mixed investments. This article will give an overview of the previous application of this theory to forest science. The majority of previous studies deal with forests as a part of a larger portfolio. These studies, mostly from the USa and Scandinavia, showed that returns from forests do not fluctuate synchronal with those of other financial investments, making them a desirable addition to many investment portfolios. The valuation of diversifying tree species or assortments was done mainly in europe. In these studies mixtures of tree species show considerable diversification effects, while the few investigations about the diversification of timber assortments lead to contrary results. Especially for the discussion about mixed forests the portfolio theory is one possibility for a quantitative financial assessment. The application of this theory can reduce the fluctuation of income from timber production, also allowing for the financial advantages of an increase in biodiversity to be quantified. As a consequence in the future the portfolio theory should be applied more often in forest science.

© DLV München

 

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