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Regeneration eines naturnahen Fichtenwaldökosystems im Harz nach großflächiger Störung

Quelle: Forstarchiv 79: 6, 187-196 (2008)
Autor(en): Keidel S, Meyer P, Bartsch N

Kurzfassung: auf dem Quitschenberg im Hochharz wurde ein Fichtenaltbestand während der 1990er-Jahre durch mehrfache Sturmwürfe und Befall durch Borkenkäfer bis auf wenige Reste vernichtet. Es bildete sich ein Mosaik aus lebendem Bestand, stehendem totholz, verhau und mehr oder weniger freien Flächen (Straten). Im Jahr 1994 wurde eine versuchsfläche zur Beobachtung der Entwicklung der Gehölzverjüngung nach den Störungen eingerichtet. anschließend wurden in einem überwiegend jährlichen turnus verjüngungsaufnahmen durchgeführt. Bis zum Jahr 2006 zeigte sich die folgende Entwicklung: an dem einsetzenden Regenerationsprozess sind im Wesentlichen Fichte und Eberesche beteiligt. Die verjüngungsdichte hat seit 1995 in allen Straten zugenommen und schwankte im Jahr 2006 je nach Stratum zwischen 1.350 und 3.940 Jungpflanzen ha-1. Eine dauerhafte Wiederbewaldung des Bestandes ist gesichert. Signifikant höhere verjüngungsdichten der Fichte wurden in denjenigen Bereichen festgestellt, in denen ein größerer teil des Fichtenaltbestandes überlebt hatte. Daran zeigt sich, dass die Etablierung von Fichtenjungpflanzen wesentlich von den verbliebenen Samenbäumen und der Entwicklung der Bodenvegetation bestimmt wird. In den weniger dicht verjüngten Bereichen erzielte die Eberesche verjüngungsanteile von über 70 %. Zukünftig wird vermutlich der anteil der Eber-esche wegen hoher verbissbelastung (terminaltriebverbiss von bis zu 80 %) geringer sein als zum heutigen Zeitpunkt. Die Fichte war von verbiss kaum betroffen.von den auf der Fläche untersuchten Kleinstandorten wirkten sich nur Reisig und Stubben allgemein verjüngungsfördernd auf die Fichte aus. In 4 von 5 untersuchten Straten förderte zudem liegendes totholz die Fichtenverjüngung. Dieser positive Effekt war jedoch aufgrund des geringen Zersetzungsgrades des totholzes weniger stark ausgeprägt als in vergleichbaren Untersuchungen. In Zukunft ist – unter der voraussetzung eines ent-sprechender Sameneintrags – mit einer steigenden Bedeutung der Moderholzverjüngung zu rechnen. Die verjüngung der Eberesche wurde hingegen durch die vorhandenen Kleinstandorte nicht erkennbar gefördert. Wie der vergleich gezäunter und ungezäunter Untersuchungsflächen zeigt, hängt ihre Entwicklung im Wesentlichen vom Wildeinfluss ab.


Regeneration of a near-natural spruce forest ecosystem in the Harz mountains after large-scale disturbance

Abstract: the natural regeneration of a heavily disturbed spruce forest ecosystem after a storm-induced bark beetle infestation was investigated in the years 1995 to 2007. the damaged area is located on Quitschenberg in the upper regions of the Harz National Park not far from Brocken Mountain. Only a few remnants of the former forest survived the bark beetle calamity in the 1990s. as a consequence the composition of the forest after that was a mixture of living trees, standing dead trees, piles of trunks, and bare land. Regeneration data of the experimental site established in 1994 were collected almost annually. From the data the following conclusions about regeneration patterns were drawn:Only Norway spruce and mountain ash were important for the regeneration process due to their continuous abundance and seed production. Since 1995, the number of seedlings and saplings increased in all areas examined. In 2006 the regeneration density ranged between 1,350 and 6,550 trees per hectare.In the future mountain ash will be less abundant due to severe browsing damages (terminal bud browsing rates of up to 80%). compared to this Norway spruce was barely affected by browsing.On the microsite level only brushwood and stumps enhanced regeneration of Norway spruce. In 4 out of 5 of the examined areas fallen logs enhanced the regeneration of spruce. However, comparable studies showed higher regeneration under similar conditions. this might be due to the low degree of decomposition of the fallen logs in our study. therefore, it is predictable that this microsite will be more important for establishing regeneration of Norway spruce in the future. compared to Norway spruce mountain ash did not favour any kind of microsite for regeneration

© DLV München

 

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