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Zum Einfluss von Risiko auf den optimalen Zieldurchmesser der Fichte

Quelle: Forstarchiv 78: 4, 117-124 (2007)
Autor(en): Beinhofer B

Kurzfassung: Im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung stellt nicht mehr die Umtriebszeit sondern der Zieldurchmesser die für die Ern-teentscheidung ausschlaggebende Größe dar. Deshalb wird in diesem Beitrag versucht, unter Einbeziehung von Kalamitätsrisiken und von Holz-preisfluktuationen mithilfe von Monte-Carlo-Simulationen aus finanzieller Sicht optimale Zieldurchmesser herzuleiten. Diese wurden mithilfe des Wertzuwachsprozents anhand von mit dem Waldwachstumssimulator SILVA generierten Wachstumsprognosen für150 Z-Bäume ermittelt. Um den Wert der Einzelbäume zu bestimmen, wurde das Volumen je Sortiment mit Hilfe von BDAT bestimmt und mit ak-tuellen Holzpreisen bewertet. Daneben wurde analysiert, bei welchen Zieldurchmessern der Anteil von am Holzmarkt gefragten Sortimenten amgrößten ist. Nach den Erfordernissen des Holzmarktes wäre eine Zieldurchmesserernte bei Brusthöhendurchmessern von 40 bis 45 cm zu empfehlen. Die fürjeden Einzelbaum nach finanziellen Kriterien ermittelten optimalen Erntedurchmesser schwanken dagegen sehr stark. Unter Berücksichtigung vonKalamitätsrisiken liegen die über den Mittelwert und den Median der Einzelbaumwerte ermittelten Zieldurchmesser zwischen 33 und 61 cm. Dieseweite Spanne lässt sich durch drei verschiedene Risikoszenarien und geforderte Verzinsungen zwischen 0 % und 5 % erklären. Dabei verringern sich die Zieldurchmesser sowohl mit steigendem Risiko als auch mit steigender Verzinsungsforderung. Allerdings erfolgt inder Praxis die Zieldurchmesserernte nicht genau bei Erreichen des Zieldurchmessers. Vielmehr findet sie in einem Bereich um den optimalen Ziel-durchmesser statt. Demnach wäre sowohl unter finanziellen Aspekten als auch unter Berücksichtigung des Holzmarktes die Ernte bei Brusthöhen-durchmessern von 40 bis 45 cm vorteilhaft.


Impact of risk on the optimal diameter limits for spruces

Abstract: With the use of „near to nature forestry” no longer the rotation age but the diameter limit is the decisive factor for harvesting trees. There-fore this paper tries to find optimal diameter limits from the financial point of view including natural hazards and the volatility of timber prices.Diameter limits were determined by means of the relative value growth, calculated with Monte-Carlo-simulations. This investigation was based on the data of the 150 final crop trees per hectare, which were generated with the help of the forest growth simula-tor SILVA. To get the value of these trees the volume of the different logs were ascertained with the sorting and grading program BDAT and valuedwith topical timber prices and logging costs. It was also analysed, which diameter limit leads to the highest share of assortments demanded most atthe timber market. This would be the case if trees are harvested at a dbh between 40 and 45 cm. The optimal diameter limit from the financial point of view is dif-ferent for every tree. Including the risks of failure the optimal diameter limit calculated with the mean and the median of the results of the single treesis situated between 33 and 61 cm. This wide margin can be explained by using three different risk scenarios and demanded interest rates between 0%and 5%. The diameter limit decreases with increasing risk of failure and rising demanded interest rate. In forestry the harvest doesn’t take place imme-diately when a tree reaches the diameter limit, rather it takes place in a margin around the optimal diameter limit. Summarizing the results of this stu-dy it is advantageous from the financial point of view and considering the demands of the timber market to harvest spruces with a dbh between 40and 45 cm.

© DLV München

 

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